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An dieser Stelle möchten wir Ihnen die bekanntesten Städte vorstellen, in deren Einzugsbereich wir tätig sind. Leider werden diese, teilweise recht nüchternen Daten, welche größtenteils den Veröffentlichungen unter http://de.wikipedia.org entnommen wurden, der Schönheit der jeweiligen Städte nicht gerecht, aber wir möchten Ihnen hier doch einen kleinen informative Überblick bieten.
>>Chemnitz
ist eine Stadt im Westen des Freistaates Sachsen. Sie liegt am Nordrand des Erzgebirges im Erzgebirgsbecken. Mit etwa 243.000 Einwohnern ist sie nach Leipzig und Dresden die drittgrößte Stadt und eines der sechs Oberzentren des Freistaates. Chemnitz ist Kreisfreie Stadt und Sitz der gleichnamigen Landesdirektion.
Der Name "Chemnitz" leitet sich vom Fluss gleichen Namens her, der durch die Stadt fließt.
. >> mehr info
Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1143.
Chemnitz ist eine Stadt mit ausgedehnten Grünflächen und großen Parkanlagen. Mit mehr als 1000 Hektar an Parks, Wiesen und Waldgebieten kommen auf jeden Einwohner statistisch gesehen mehr als 60 Quadratmeter Grünfläche. Im Stadtgebiet von Chemnitz gibt es zwei Naturschutzgebiete Um den Eibsee und Am Schusterstein, sowie zahlreiche Landschaftsschutzgebiete. Dazu zählen zum Beispiel das Chemnitztal, das Sternmühlental und der Rabensteiner Wald.
Stadtgliederung
Die Stadt besteht aus 39 Stadtteilen
Adelsberg | Altchemnitz | Altendorf | Bernsdorf | Borna-Heinersdorf | Ebersdorf | Einsiedel | Erfenschlag | Euba | Furth | Gablenz | Glösa-Draisdorf | Grüna | Harthau | Helbersdorf | Hilbersdorf | Hutholz | Kapellenberg | Kappel | Kaßberg | Klaffenbach | Kleinolbersdorf-Altenhain | Lutherviertel | Markersdorf | Mittelbach | Morgenleite Rabenstein | Reichenbrand | Reichenhain | Röhrsdorf | Rottluff | Schloßchemnitz | Schönau | Siegmar | Sonnenberg | Stelzendorf | Wittgensdorf | Yorckgebiet | Zentrum
Die Stadtteile Einsiedel | Euba | Grüna | Klaffenbach | Kleinolbersdorf-Altenhain | Mittelbach | Röhrsdorf | Wittgensdorf sind zugleich Ortschaften im Sinne der §§ 65 bis 68 der Sächsischen Gemeindeordnung.
Nachbargemeinden
Die nachfolgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Chemnitz.
- im Landkreis Mittelsachsen: Hartmannsdorf, Burgstädt, Taura, Lichtenau, Frankenberg/Sa., Niederwiesa, Flöha und Augustusburg
- im Erzgebirgskreis: Gornau/Erzgeb., Amtsberg, Burkhardtsdorf und Neukirchen/Erzgeb.
- im Landkreis Zwickau: Oberlungwitz, Hohenstein-Ernstthal, Callenberg und Limbach-Oberfrohna
Geschichte
1136 gründete Kaiser Lothar III. bei Chemnitz das Benediktinerkloster St. Marien, das 1143 das Marktrecht erhielt. In einiger Entfernung vom Kloster wurde vermutlich nach 1170 durch Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) in der Nähe einer Furt durch den Fluss Chemnitz eine stadtähnliche Siedlung gegründet, die schon bald darauf in die Aue verlegt wurde. Bis 1308 war Chemnitz freie Reichsstadt und schon im Mittelalter ein Wirtschaftszentrum, insbesondere durch das im 14. Jahrhundert erhaltene Bleichprivileg. Privileg zur Errichtung der Landesbleiche , Voraussetzung für die Entwicklung der Textilherstellung Ende des 18. Jahrhunderts wurde Chemnitz ein Industriestandort mit sehr großer Wirtschaftskraft. Mit der Errichtung der Spinnmühle durch C. F. Bernhardt 1798 wurde Chemnitz-Harthau zum Ausgangspunkt der industriellen Revolution in Sachsen. In den Jahren darauf wuchs die Stadt erst langsam, aber dann sehr rasch an; man bezeichnete sie als "Sächsisches Manchester", "Ruß-Chamtz" oder "Rußnitz". Chemnitz wurde eine der bedeutendsten Industriestädte Deutschlands. Hier entstanden Firmen mit Weltruf wie die WANDERER Werke AG (später Teil der Auto Union AG, ebenfalls mit Sitz in Chemnitz). Chemnitz war um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die reichste Stadt Deutschlands.
Es entstand hier 1877 auf Betreiben des damaligen Chemnitzer Oberbürgermeister Dr. Wilhelm Andre das deutsche Patentrecht, und aus Chemnitz kamen zu dieser Zeit sechsmal soviel Patente wie im deutschen Durchschnitt. In Chemnitz wurde von Johann von Zimmermann der Grundstein des deutschen Maschinenbaus gelegt. Vor allem die modernen Chemnitzer Maschinen von Johann von Zimmermann waren es, die zur Einführung des Gütezeichnens Made in Germany in England führten.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Chemnitz Ziel alliierter Luftangriffe. In Chemnitz wurden damals Motoren für die Panzerkampfwagen VI Tiger gebaut. Die Bombardierungen am 13./14. Februar und 5. März 1945 durch britische Bomber richteten sich im Wesentlichen gegen die Innenstadt, US-amerikanische Bomber konzentrierten sich auf die Rüstungsbetriebe und die Bahnhöfe. Der Denkmalbestand an Kirchen, öffentlichen Gebäuden und Wohnhäusern in der historischen Innenstadt und den inneren Vorstädten wurde beinahe vollständig zerstört, vom Wohnungsbestand der Stadt insgesamt ein Viertel vernichtet.
Stadtentwicklung nach 1945
Nach Auflösung der Länder in der DDR 1952 wurde Chemnitz Sitz eines Bezirks. Am 10. Mai 1953 wurde die Stadt auf Beschluss der DDR-Regierung in "Karl-Marx-Stadt" umbenannt.
Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und der Umbenennung in Karl-Marx-Stadt wurde versucht, ein Stadtzentrum zu errichten, das die Auffassungen vom Städtebau einer sozialistischen Stadt symbolisieren sollte. Hierbei genoss die zügige Schaffung von Wohnraum Priorität vor Erhaltung von Altbausubstanz. So wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren, sowohl im Zentrum als auch in peripheren Lagen, großflächig Wohngebiete in industrieller Plattenbauweise errichtet, wie das Wohngebiet Fritz Heckert, das Wohngebiet Yorckstraße oder auch das Wohngebiet Hans Beimler in Gablenz. Die Altbausubstanz der Gründerzeit, die vor allem noch in Kaßberg, Sonnenberg und Schloßchemnitz bestand, wurde aus ideologischen Gründen vernachlässigt, woraufhin diese zunehmend verfiel.
Stadtentwicklung nach 1990
Am 1. Juni 1990 wurde die Stadt in "Chemnitz" rückbenannt.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 stand die Stadt Chemnitz vor mehreren schwierigen Aufgaben. Die Einwohnerzahl, vor allem in den früher begehrten Plattenbaugebieten, ging durch Abwanderung in die alten Bundesländer sowie in das Umland stark zurück; und noch immer hatte Chemnitz keine Innenstadt, welche aber immer stärker gefordert wurde. Die Probleme, die dadurch für Chemnitz bestanden, verschärften sich mit der Errichtung großer Einkaufszentren in der Stadtperipherie zu Beginn der 1990er Jahre.
Chemnitz ist die einzige deutsche Großstadt, für die erst nach 1990 wieder ein Stadtzentrum erstellt wurde, ähnlich dem Wiederaufbau anderer Städte der direkten Nachkriegsjahre. Planungen zur Wiedergewinnung einer verdichteten Innenstadt rund um das historische Rathaus führten 1991 zu einem städtebaulichen Wettbewerb. Dieser wurde seitens der Stadt international ausgeschrieben und mit Hilfe der Partnerstadt Düsseldorf durchgeführt. Das Bauvorhaben auf dem bis dahin im Wesentlichen als Freifläche brachliegenden Gelände der ehemaligen Innenstadt ist in seinem Umfang nur mit dem des Potsdamer Platzes in Berlin vergleichbar.
Mitte der 1990er Jahre begann die Bebauung der innerstädtischen Brachflächen um das Rathaus zu einem neuen Stadtkern, welche nach rund 20 Jahren noch nicht abgeschlossen ist.
In verschiedenen Stadtteilen wurden zahlreiche Gründerzeit- und Jugendstilbauten größtenteils durch private Initiative instandgesetzt.
Der auch mit dem "Stadtumbau Ost" verbundene Abriss von teilweise geschichtlich wertvollen Denkmalen aus der Gründerzeit zu Gunsten der Aufwertung von Plattenbaugebieten ist daher sehr umstritten.Zwischen 1990 und 2007 wurden mehr als 250 Baudenkmale eingeebnet. Unterstützt durch den staatlich geförderten Eigenheimbau fand seit Mitte der 1990er Jahre auch eine starke Wanderungsbewegung in das Umland statt, wodurch ländlich geprägte Stadtgebiete wie Reichenhain und Adelsberg profitierten.
Chemnitzer Wirtschaft
Chemnitz ist heute die in Mitteldeutschland am stärksten industrialisierte Region. Die Kernbranchen Automobilindustrie und Maschinenbau sind eng vernetzt mit einer breiten Basis aus Unternehmen angrenzender Branchen, vor allem der Werkstoff- und Beschichtungstechnik, Metallverarbeitung, Automatisierungstechnik und Mikrosystemtechnik. Diese Systemkompetenz und eine starke Präsenz von unternehmensnahen Dienstleistern sorgen für eine umfassende Abdeckung der Wertschöpfungskette.
Seit 1995 entstanden in Chemnitz und der Region mehr als 7.000 neue Unternehmen. Namhafte Firmen wie das Volkswagen-Motorenwerk, ThyssenKrupp, Continental und IBM sowie Hörmann Rawema und die Union Werkzeugmaschinen GmbH haben ihren Sitz in Chemnitz. Auch viele ausländische Investoren vertrauen dem Standort: Starrag (Schweiz) fusionierte mit Heckert. Die Unternehmen Niles Simmons (USA), Barmag (Schweiz) und Anchor Lamina (Kanada) haben sich ganz bewusst für Chemnitz entschieden.
Eine Schlüsselrolle in der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt spielt das verarbeitende Gewerbe. Im Jahr 2008 betrug das Umsatzwachstum 8,8 Prozent. Damit ist die Industrie in Chemnitz bereits im vierten Jahr in Folge stärker gewachsen als in Deutschland.
Technische Universität Chemnitz (TUC)
Die Technische Universität Chemnitz geht zurück auf die 1836 gegründete Königliche Gewerbschule Chemnitz, die anfangs eine Bildungsstätte der Textilindustrie war. 1882 kam die Elektrotechnik hinzu und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie als Staatliche Akademie für Technik geführt. Im Jahre 1953 stieg sie zur Hochschule für Maschinenbau auf und 1963 wurde sie eine Technische Hochschule. Schließlich wurde sie 1986 in den Rang einer Technischen Universität erhoben. Die Technische Universität hat aktuell zwischen 10.000 und 11.000 Studenten.
Straßenverkehr
Chemnitz wird von zwei Autobahnen durchzogen. Durch das nordwestliche Stadtgebiet führt als Ost-West-Achse die A 4 Erfurt – Dresden, welche am Kreuz Chemnitz mit der von Hof durch die westlich gelegenen Stadtteile kommende A 72 trifft. Die Weiterführung der A 72 nach Leipzig befindet sich im Bau. Im Chemnitzer Stadtgebiet gibt es acht Anschlussstellen zu den beiden Autobahnen. Die Bundesstraße 174 zwischen Chemnitz und Komotau über Zschopau, Marienberg und Hirtstein ist teilweise vierstreifig ausgebaut, der Ausbau innerhalb der Stadt steht bevor.
Durch das Chemnitzer Stadtgebiet führen die Bundesstraßen B 95, B 107, B 169, B 173 und B 174. Sämtliche Bundesstraßen bilden den südöstlichen Teil des sogenannten Cityrings, welcher das Stadtzentrum vollständig umschließt. Der Südring soll in nordöstlicher und nordwestlicher Richtung verlängert werden, so dass in Zukunft der Verkehr aus Richtung Erzgebirge über diese Verbindung zur Autobahn A4 geführt werden kann. Eine Verbindung mit der westlich der Stadt liegenden A72 ist bereits vorhanden.
Schienenverkehr
Seit der Fertigstellung der Chemnitz-Riesaer Eisenbahn 1852 ist die Stadt über Riesa mit der Eisenbahn an die beiden anderen sächsischen Großstädte Leipzig und Dresden angeschlossen. 1858 folgte die Erweiterung der Bahnstrecke nach Zwickau, hinzu kamen in der Folgezeit weitere Bahnstrecken nach Annaberg 1866, nach Dresden und Hainichen 1869, nach Leipzig und Limbach 1872, nach Aue und nach Marienberg/Reitzenhain 1875, nach Stollberg 1895 und 1902 nach Wechselburg und Rochlitz. 1903 folgte die für den Güterbahnverkehr bestimmte Güterumgehungsbahn nach Grüna.
Heute verkehren nach Dresden und Zwickau Regionalbahnen im Stundentakt, darüber hinaus bedienen ausgehend von Dresden Regional-Express- und Interregio-Express-Züge die Sachsenmagistrale bis Hof und Nürnberg.
Das Chemnitzer Straßenbahnnetz
Das Streckennetz der Straßenbahn ist verhältnismäßig klein und bedient hauptsächlich Stadtteile im südlichen Stadtgebiet.
Zusätzlich zum rein städtischen Nahverkehr werden im Stadtgebiet 27 Regionalbuslinien bedient.
Flugverkehr
Südlich von Chemnitz befindet sich der Flugplatz Chemnitz-Jahnsdorf. Dieser Verkehrslandeplatz wird zurzeit ausgebaut. In der Endausbaustufe wird er über eine 1400 m lange und 20 m breite Start- und Landebahn verfügen .
Der Flugplatz Chemnitz-Jahnsdorf ist nicht der erste Chemnitzer Flughafen. Die ersten Luftfahrt-Veranstaltungen nach dem Bauprinzip "schwerer als Luft" fanden am 21./23. und 29. Mai 1911 auf dem alten Flugplatz an der Zschopauer Straße statt. Jahre später wurde dann an der Stollberger Straße ein neuer Flughafen eröffnet. Die Einweihung fand am 2. Mai 1926 und der reguläre Flugverkehr einen Tag später statt. Es gab Verbindungen nach Dresden, Leipzig, Plauen und Prag. Da in den 1930er Jahren die Flugzeuge größer und schneller wurden, lohnten Kurzstrecken nicht mehr und die Linienflüge wurden eingestellt. Später noch für Rundflüge genutzt, wurde mit Beginn des Zweiten Weltkrieges der zivile Flugverkehr ganz eingestellt.
Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind der Flughafen Dresden (80 km) und der Flughafen Leipzig/Halle (90 km).
Ein Großteil des Textes wurde www.wikipedia.de entnommen. Hierfür gilt: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
>> Erfurt
Erfurt ist die Landeshauptstadt des deutschen Freistaats Thüringen. Es ist zugleich die größte Stadt Thüringens und neben Jena und Gera im Osten eines der drei Oberzentren des Landes. Wichtigste Institutionen neben den Landesbehörden sind das Bundesarbeitsgericht, die Hochschulen Universität Erfurt und Fachhochschule Erfurt sowie das katholische Bistum Erfurt, dessen Kathedrale der Erfurter Dom ist, der wiederum neben der Krämerbrücke eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt darstellt. Darüber hinaus besitzt die Stadt einen knapp drei Quadratkilometer großen mittelalterlich geprägten Altstadtkern mit etwa 25 Pfarrkirchen und zahlreichen Fachwerk- und Bürgerhäusern.
. >> mehr info
Erfurt wurde 742 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich bereits kurz nach seiner Gründung zum Zentrum des Thüringer Raumes, wenngleich es bis 1945 politisch nicht Teil des Landes war. Seit seiner Gründung gehörte es zu Kurmainz von den Kurfürsten und Erzbischöfen von Mainz verwaltete Territorium im Heiligen Römischen Reich , allerdings hatte Erfurt im Mittelalter ein hohes Maß an Autonomie inne. Dies änderte sich mit der gewaltsamen Unterwerfung durch die Mainzer 1664. 1802 wurde Erfurt Teil Preußens (mit Ausnahme der Zeit von 1806 bis 1814, als es als Fürstentum Erfurt direkt unter französischer Herrschaft stand) und blieb es bis 1945. Die Universität wurde erstmals 1392 gegründet, 1816 geschlossen und 1994 wieder neugegründet. Sie ist damit die dritte Universität, die in Deutschland entstanden war. Martin Luther war ihr bekanntester Student. Die Wirtschaft der Stadt ist von Verwaltung und Dienstleistung geprägt. Erfurt ist nach Leipzig die Stadt mit der zweitgrößten Messe in den neuen Bundesländern. Des Weiteren ist Erfurt mit dem Hauptbahnhof wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Zentrum Deutschlands. Bekannt ist Erfurt auch für seinen Gartenbau (egapark) und als Medienzentrum (Sitz des Kinderkanals und mehrerer Radiostationen sowie Tageszeitungen).
Die Stadt liegt im südlichen Thüringer Becken am Fluss Geraca. 85 km.
Geografie
Die Gera fließt, aufgegliedert in mehrere Arme, durch Erfurt
Erfurt liegt am Südrand des Thüringer BeckensBeckenlandschaft im zentralen und nördlichen Teil Thüringens im weiten Tal der Gera, einem Zufluss der Unstrut. Im Süden wird das Stadtgebiet von den bewaldeten Höhen des Steigerwalds umgrenzt. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt von Nord nach Süd 21 km und von Ost nach West 22,4 km. Durch die Lage der Stadt im Übergang vom Thüringer Becken zum Vorland des Thüringer Wald schwankt die Höhenlage im Stadtgebiet zwischen 158 m über NN im Norden und 430 m über NN im Südosten.
Nachbarstädte sind Weimar im Osten, Gotha im Westen, Arnstadt im Süden und Sömmerda im Norden, jeweils etwa 20 Kilometer von Erfurt entfernt. Die Stadt besitzt wie die meisten ostdeutschen Großstädte keinen besonders ausgeprägten Vorortgürtel und liegt auch nicht in einem Ballungsraum. Allerdings sind die Verflechtungen zu den nahe gelegenen großen Nachbarstädten Weimar und Jena in vielen Bereichen eng, was auch in verschiedenen Regionalkooperationen Ausdruck findet.
Die noch heute relativ dichte Bebauung der Innenstadt kann darauf zurückgeführt werden, dass in Erfurt vergleichsweise wenige Gebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden und diese Baulücken – im Gegensatz zu vielen anderen Großstädten – meist wieder bebaut wurden. Die Naherholungsgebiete befinden sich daher in Erfurt fast ausschließlich am Stadtrand, wie z. B. der Steigerwald, der Nordstrand geflutete Kiesgrube oder der ega-Park. Neben dem Steigerwald gibt es zwei weitere Wälder im Stadtgebiet, den Willroder Forst im Südosten bei Windischholzhausen und die Wälder im Schaderoder Grund oberhalb von Tiefthal im Nordwesten. Die übrige unbebaute Fläche dient vor allem der Landwirtschaft, da auf den fruchtbaren Böden ertragsreicher Ackerbau betrieben werden kann. Die einzige größere Wasserfläche sind die Erfurter Seen, eine Reihe gefluteter Kiesgruben bei Stotternheim im Norden der Stadt.
Ausdehnung des Stadtgebietes
Bis zur Aufhebung der Festung Erfurt durch die preußische Regierung im Jahr 1873 befand sich das bebaute Stadtgebiet innerhalb der Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert. Die Stadtbefestigung umschloss Erfurt kreisförmig und besaß zahlreiche Tore, die den sich später außerhalb entwickelnden Vorstädten ihre Namen gaben. Zur Befestigungsanlage Erfurts gehörten außerdem noch die Zitadelle Petersberg kurmainzische, später preußische Stadtfestung des 17. bis 19. Jahrhunderts im Zentrum Erfurts und die Zitadelle Cyriaksburgschwedische, später kurmainzische und preußische Stadtfestung des 17. bis 19. Jahrhundertsinmitten des egaparks Erfurt sowie zwei Stadtgräben . Der Mittelpunkt dieses "alten Erfurts" war der Fischmarkt. Zwischen 1873 und 1918 bildete sich um die Altstadt ein lückenloser Gürtel aus Gründerzeitvierteln, wobei die bürgerlichen Viertel die Löber- und die Brühlervorstadt im Südwesten und die Arbeiterviertel die Krämpfer- und die Johannesvorstadt im Nordosten waren. Daberstedt und die Andreasvorstadt waren teils bürgerlich, teils von Arbeitern geprägt. Dieser Ring aus Altbauten im preußischen Stil ist noch heute vollständig erhalten, was in Deutschland relativ selten vorkommt. Außerdem wuchs im Norden der Stadt der größte Vorort: Ilversgehofen mit über 12.000 Einwohnern (1910), der 1911 eingemeindet wurde. In der Zeit bis 1945 entstanden weitere Wohnviertel im Norden und Südosten, sodass aus der runden Stadt eine "langgezogene" Stadt wurde. Zu DDR-Zeiten wuchs die Stadt zunächst nach Norden, wo ab 1969 das Wohngebiet Erfurt-Nord, bestehend aus dem Rieth, dem Berliner Platz, dem Moskauer Platz und dem Roten Berg entstand. Ab 1979 entstand Erfurt-Südost, bestehend aus dem Herrenberg, dem Wiesenhügel und Melchendorf mit den Plattenbaugebieten Drosselberg und Buchenberg. Nach der Wende entstanden auf dem Ringelberg und in den umliegenden Dörfern, die 1950 und 1994 eingemeindet wurden, neue Siedlungen aus Einfamilien- und Reihenhäusern.
Nachbargemeinden
Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Erfurt.
- im Landkreis Weimarer Land: Niederzimmern, Nohra und Mönchenholzhausen (alle Verwaltungsgemeinschaft Grammetal) sowie Klettbach ( Verwaltungsgemeinschaft Kranichfeld)
- im Ilm-Kreis: Kirchheim (Thüringen) und Rockhausen (beide Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg) sowie Ichtershausen
- im Landkreis Gotha: Nesse-Apfelstädt sowie Nottleben und Zimmernsupra (Verwaltungsgemeinschaft Nesseaue)
- im Landkreis Sömmerda: Witterda (erfüllende Gemeinde ist Elxleben), Elxleben, Walschleben (Verwaltungsgemeinschaft Gera-Aue), Riethnordhausen (Verwaltungsgemeinschaft Straußfurt) sowie Nöda, Alperstedt, Großrudestedt, Udestedt, Kleinmölsen und Großmölsen (alle Verwaltungsgemeinschaft Gramme-Aue)
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Erfurts gliedert sich in 53 Stadt- und Ortsteile.
Altstadt | Andreasvorstadt | Berliner Platz | Brühlervorstadt | Daberstedt | Herrenberg | Hohenwinden | Ilversgehofen | Johannesplatz | Johannesvorstadt | Krämpfervorstadt | Löbervorstadt | Melchendorf | Moskauer Platz | Roter Berg | Wiesenhügel | Erfurt (Kernstadt) | Alach| Azmannsdorf | Bindersleben | Bischleben-Stedten | Büßleben | Dittelstedt | Egstedt | Ermstedt | Frienstedt | Gispersleben | Gottstedt | Hochheim | Hochstedt | Kerspleben | Kühnhausen | Linderbach | Marbach |Mittelhausen | Molsdorf | Möbisburg-Rhoda | Niedernissa | Salomonsborn | Schaderode | Schmira | Schwerborn | Stotternhei | Sulzer Siedlung | Tiefthal | Töttelstädt |
Töttleben | Urbich | Vieselbach | Wallichen | Waltersleben | Windischholzhausen
Geschichte
Erfurt ist eine alte germanische Siedlung. Spuren erster Besiedlung finden sich bereits aus vorgeschichtlicher Zeit, so zeugen archäologische Funde im Norden Erfurts von menschlichen Spuren aus der Altsteinzeit um 100.000 v. Chr. Durch Überlieferungen ist der Stamm der Thuringi 480 im Erfurter Gebiet nachzuweisen, in der Zeit um 500 gab er dem Land Thüringen seinen Namen.
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 742, durch Missionserzbischof Bonifatius aus Mainz mit der Bitte an Papst Zacharias um Bestätigung von "Erphesfurt". Dadurch wurde das Bistum Erfurt gegründet. Das Bistum wurde 755 mit dem von Mainz vereinigt. Ab etwa 1000 traten die Erzbischöfe von Mainz auch als weltliche Herren in Erfurt auf. 805 erklärte Karl der Große Erfurt zu einem der Grenzhandelsplätze an der Grenze des damaligen Frankenreiches. Anschließend wurde eine erste, der Heiligen Maria geweihte Kirche errichtet. Erfurt war unter den Karolingern und Ottonen eine Königspfalz.
1120 ist erstmals von den "Bürgern Erfurts" die Rede. 1212 bildete sich im Zuge der Wirren des staufisch-welfischen Thronstreits ein erster, noch von Ministerialen geprägter Rat; eine grundlegende Ratsreform führte 1255 zur Herausbildung einer machtvollen und eigenständigen Bürgergemeinde, die nun nach und nach die Kompetenzen des erzbischöflichen Stadtherren an sich zog und zunehmend als Herrschaftsträger in die Region eingriff. Die daraus resultierenden Auseinandersetzungen zwischen Rat und Mainzer Erzbischof erreichten 1279 einen Kulminationspunkt. Erzbischöfliche Amtsträger wurden misshandelt und aus der Stadt verjagt. Der Erzbischof antwortete mit dem Bann. Das verhängte Interdikt lastete zweieinhalb Jahre auf der Stadt.
1289/90 hielt Rudolf von Habsburg Hof im Erfurter Peterskloster, die Stadt wurde für zehn Monate zum Mittelpunkt der Reichsverwaltung. Auf dem Erfurter Reichstag standen die Regelung der Thronfolge im Hinblick auf die Nachfolge seines Sohnes Albrecht und die Maßnahmen zur Wiederherstellung der Reichsrechte und des Landfriedens in Thüringen auf der Tagesordnung. Zur Wiederherstellung des Landfriedens in Thüringen wurden mit Hilfe der Erfurter über 60 Raubritterburgen und ummauerte Höfe gestürmt und zerstört.
Mit ca. 18.000 bis 20.000 Einwohnern entwickelte sich die Stadt im 14. und 15. Jahrhundert zu einer Stadt im Range einer mittelalterlichen Großstadt, die nur von Köln, Nürnberg und Magdeburg hinsichtlich der Größe übertroffen wurde. Erfurt erreichte damit den Gipfel ihrer wirtschaftlichen, politischen und geistig-kulturellen Entwicklung im Mittelalter und wurde der Mittelpunkt des Handels im mittleren Heiligen Römischen Reich. Dazu gehörte auch die bereits im 13. Jahrhundert einsetzende Entwicklung Erfurts zu einem der größten Waidmärkte des Reiches. In etwa 300 Dörfern Thüringens wurde die Waidpflanze angebaut, aus deren Blättern man ein begehrtes und gewinnbringendes Blaufärbemittel gewann und welches mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt eng verbunden war. 1331 erhielt Erfurt das Messeprivileg von Kaiser Ludwig IV..
Erfurt war bereits im 13. Jahrhundert zu einem Bildungszentrum von weit ausstrahlender Bedeutung herangewachsen. Keine andere Stadt in Deutschland hatte in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts mehr Studenten. Im Occultus Erfordensis von 1281/1283 wird die (vermutlich fiktive) Zahl von 1000 Erfurter Scholaren angegeben.
In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entwickelte sich das Erfurter studium generale zur bedeutendsten Bildungsanstalt im Römisch-Deutschen Reich. Daraus entstand 1392 die dritte Universität auf deutschem Boden, wobei zu beachten ist, dass es sich hierbei um eine nicht-fürstliche, bürgerliche, durch den Rat der Stadt gegründete Universität handelte.
Einer der bekanntesten Absolventen der Universität Erfurt war Martin Luther, der hier von 1501 bis 1505 studierte und seinen Magister der philosophischen Fakultät erhielt. Ebenfalls in der Umgebung Erfurts kam ihm die stürmische Erleuchtung. In der Nähe von Stotternheim (etwa zehn Kilometer nördlich des Erfurter Zentrums) wurde Luther 1505 bei einem schweren Unwetter beinahe vom Blitz getroffen und legte der Legende nach sein "Stotternheimer Gelübde" ("Heilige Anna, ich will Mönch werden") ab. Sein Leben widmete er fortan der Kirche und trat dem Augustinerorden als Mönch bei. Bis 1511 lebte und predigte Luther im Augustinerkloster. In den Reformationskriegen litt die Universität sehr. In dieser Zeit war das Stadtbild durch die Türme von 25 Pfarrkirchen, 15 Klöstern und Stiften und zehn Kapellen geprägt.
Zahlreiche Auseinandersetzungen gab es mit den sächsischen Landesherren angrenzender Gebiete, die die Stadt mehrmals erfolglos belagerten. Doch sperrten die Sachsen jeweils die Straßen, so dass der Handel abgeschnitten war. Deshalb musste Erfurt 1483 einen Schutzvertrag abschließen und jährlich 1500 Gulden bezahlen. 1509 und 1510 erhob sich das Volk gegen die Verschwendungssucht des Rates und gegen den Übermut einiger Universitäts-Doktoren, die innerstädtische Revolte wurde als Das tolle Jahr von Erfurt bekannt und wurde für Luther, der nach seiner Rückkehr noch unbeteiligter Zeuge dieser Ereignisse wurde, zum Lehrbeispiel für die wahren Ursachen der entfesselten Gewalt der erzürnten Bevölkerungsschichten.
1664 eroberten französische und Reichsexekutionstruppen des Mainzer Kurfürsten und Erzbischof Johann Philipp von Schönborn Erfurt. Damit begann die kurmainzische Herrschaft. Sachsen verzichtete auf seine Schutzherrschaft. Erfurt wurde nun zusammen mit dem Eichsfeld von einem Mainzer Statthalter regiert, der seinen Sitz in der Kurmainzischen Statthalterei (heutige Staatskanzlei) hatte. 1682 und 1683 erlebte Erfurt die schlimmsten Pestjahre seiner Geschichte, allein 1683 erlag über die Hälfte der Erfurter Bevölkerung der tödlichen Krankheit. Am 21. Oktober 1736 zerstörte eine Feuersbrunst 188 Häuser in der Gegend zwischen Erfurter Dom, Rathaus und Predigerkirche. Höhe- und Endpunkt der kurmainzischen Epoche bildete die Amtszeit des Statthalters Karl Theodor von Dalberg 1772-1802.
1802 kamen Stadt- und Landgebiet Erfurt gemäß dem preußisch-französischen Vertrag als Entschädigung zum Königreich Preußen. Nach der Niederlage der Preußen in der Schlacht von Jena und Auerstedt kapitulierte die Stadt am 16. Oktober 1806. Am 17. Oktober wurde die Stadt kampflos durch die Truppen Napoleons besetzt. Dieser erklärte 1807 Erfurt zusammen mit Blankenhain als Fürstentum Erfurt zu einer kaiserlichen Domäne, die nicht Teil des Rheinbunds war, sondern direkt dem Kaiser unterstand.
1808 empfing Napoléon Zar Alexander I. und die Fürsten des Rheinbundes im Kaiserlichen Palast (Kurmainzische Statthalterei) zum Erfurter Fürstenkongress (auch Erfurter Kongress), in dessen Folge es zu einem Bündnisvertrag zwischen Frankreich und Russland kam. Napoleon nutzte die Zeit in Erfurt unter anderem, um Johann Wolfgang Goethe kennenzulernen. Goethe wurde als Staatsminister von Herzog Carl August von Weimar als Vertreter zum Fürstenkongress geschickt. Am 2. Oktober 1808 war Goethe zur Audienz bei Napoleon geladen.
1814 endete nach erfolgreicher Belagerung durch preußische, österreichische und russische Truppen die französische Besetzung, und 1815 wurde Erfurt aufgrund des Wiener Kongresses wieder dem Königreich Preußen zugesprochen, welches den größten Teil des Erfurter Landgebietes und das Blankenhainer Gebiet an Sachsen-Weimar-Eisenach abtrat. 1816 wurde die Universität Erfurt geschlossen. Im gleichen Jahr wurde Erfurt Stadtkreis (kreisfreie Stadt) und Sitz der preußischen Bezirksregierung (Regierungsbezirk Erfurt), welche dem Oberpräsidenten der preußischen Provinz Sachsen in Magdeburg unterstand. Der Stadtkreis Erfurt wurde jedoch bereits 1818 wieder mit dem Landkreis Erfurt verbunden.
1906 wurde Erfurt mit 100.000 Einwohnern Großstadt. Der Erste Weltkrieg kostete 3579 Erfurter Bürger das Leben. Als 1920 das Land Thüringen mit der Landeshauptstadt Weimar gebildet wurde, wurden die preußischen Gebiete Thüringens einschließlich Erfurts aufgrund des Widerstands der preußischen Regierung nicht miteinbezogen. Nach positiver Entwicklung in den Goldenen Zwanzigern wurde Erfurt ab 1929 massiv von der Weltwirtschaftskrise erfasst.
Am 12. April 1945 besetzten Einheiten der 3. US-Armee unter Befehl des Generals George S. Patton die Stadt. Danach stellte am 1. Juli die preußische Bezirksregierung ihre Tätigkeit ein. Die Stadt wurde mit dem Regierungsbezirk Erfurt dem Land Thüringen zugeordnet. Am 3. Juli übernahmen schließlich Einheiten der Roten Armee aufgrund des 1. Londoner Zonenprotokolls von 1944 und der Beschlüsse der Konferenz von Jalta die Stadt, Erfurt wurde Bestandteil der sowjetischen Besatzungszone.
1945 begann Erfurt, sich langsam von den Folgen des Krieges zu erholen. 30.000 Kubikmeter Schutt wurden aus den Straßen geräumt, die Straßenbahn und die Gasversorgung wieder in Betrieb gesetzt und die Schulen eröffnet. 1948 wurde Erfurt durch den Thüringer Landtag zur thüringischen Landeshauptstadt ernannt, bevor im Jahr 1952 das Land Thüringen aufgelöst und in drei Bezirke eingeteilt wurde, wobei Erfurt Sitz des Bezirks Erfurt wurde.
1991 stimmten 49 von 88 Abgeordneten des Landtags für Erfurt als Thüringer Landeshauptstadt. Im Jahr 1994 erfolgte die Neugründung der Erfurter Universität; ebenfalls in diesem Jahr wurde das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen, das seit 1973 bestand, zum Bistum Erfurt erhoben.
Das Bild der Stadt hat sich in den Jahren seit der Wende deutlich verändert. Viele Gebäude der historischen Altstadt wurden saniert, an manchen Stellen entstanden Neubauten.
Architektur des Stadtbilds
Kern Erfurts ist die Altstadt, die sich in zwei Teile einteilen lässt: die innere Altstadt innerhalb der ersten Stadtbefestigung aus dem 10. Jahrhundert und die äußere Altstadt innerhalb der zweiten Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert. Beide Mauerringe lassen sich heute noch gut nachvollziehen; der innere wird vom Juri-Gagarin-Ring und der äußere vom Stadtring nachvollzogen. Dabei zeigt die innere Altstadt heute noch größtenteils ein mittelalterliches Bild, das von den über 20 gotischen Pfarrkirchen und den sie umgebenden Fachwerk-, Bürger- und Handelshäusern geprägt wird. Sie stammen größtenteils aus der Zeit des 16., 17. und 18. Jahrhunderts (Renaissance/Barock). Punktuell wurden in der inneren Altstadt auch in späterer Zeit neue Gebäude errichtet, was sich aber im Wesentlichen auf die Hauptgeschäftsstraßen beschränkte. Die äußere Altstadt zeigt hingegen schon ein durchmischteres architektonisches Bild. Neben kleinen frühneuzeitlichen Gebäuden (z. B. im Brühl) finden sich hier auch große Bauten aus der Gründerzeit (z.B. im Bahnhofsviertel) und nachfolgenden Epochen (vor allem entlang des Juri-Gagarin-Rings).
Erst 1873 verlor Erfurt seinen Status als Festungsstadt. Die Stadtbefestigungen wurden abgetragen und die Flächen außerhalb zur Bebauung freigegeben. Dadurch konnte sich die Stadt schnell, aber auch sehr regelmäßig entwickeln. Um die Altstadt entstand in den folgenden 60 Jahren ein Gürtel aus Wohnvierteln (die Erfurter Vorstädte). Die ältesten Gebäude dieser Phase befinden sich an der Magdeburger Allee und die jüngsten sind die Wohnblocks der Neuen Sachlichkeit aus der Zeit um 1930 in der Krämpfervorstadt. Dieser Gürtel musste weder unter Kriegsschäden, noch unter späteren Umbaumaßnahmen leiden, sodass er heute noch vollständig erhalten ist; einzig einige Industriebauwerke wurden nach der Wiedervereinigung abgerissen. Dennoch gibt es im Erscheinungsbild der Viertel große Unterschiede: So dominieren im Südwesten der Stadt reich verzierte, einzeln stehende Villen, während im Nordosten eher monotone Arbeiterviertel mit der typischen fünfgeschossigen Block-Bauweise vorherrschen. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten Mitteldeutschlands sind diese Häuser unverputzt und ohne Fassadenschmuck, typischerweise aus rotem Ziegel (hergestellt in den Ziegeleien am Roten Berg im Norden der Stadt). Der Sanierungsstand hier ist relativ hoch, der Brachflächenanteil eher gering.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die weitere Entwicklung der Stadt durch die staatlichen Wohnungsbauprogramme in der DDR bestimmt. Dabei entstanden die beiden Großsiedlungen Erfurt-Nord und Erfurt-Südost mit Hochhäusern in Plattenbauweise. Nach der Wiedervereinigung schrumpfte die Einwohnerzahl der Stadt durch Wegzüge und Suburbanisierung. Suburbanisierungsgebiete waren im Folgenden vor allem der Ringelberg im Osten, Marbach im Westen und andere Dörfer in der Umgebung Erfurts. In der Stadt dominierte der Bau von Geschäfts- und Verwaltungsbauten, um die Aufgaben der neuen Funktion als Landeshauptstadt zu erfüllen. Zudem wurde eine weitgehende Sanierung des Altbaubestands in der Altstadt und den Vorstädten erreicht. In jüngster Zeit entstanden auch vermehrt neue Wohnhäuser auf Baulücken in der Altstadt.
Bedeutendstes romanisches Bauwerk der Stadt ist die Peterskirche. Aus der Zeit der Gotik stammen der Erfurter Dom sowie die Kloster- und Pfarrkirchen der Altstadt, etwa die Predigerkirche oder die Kaufmannskirche. Auch Profanbauten wie der Kornhofspeicher entstanden zu dieser Zeit. Die Renaissance ist in Erfurt durch den Bau repräsentativer Bürgerhäuser geprägt. Beispiele hierfür sind das Haus zum Roten Ochsen am Fischmarkt oder das Haus zum Stockfisch in der Johannesstraße. Die Kurmainzische Statthalterei (heute Sitz der Staatskanzlei) entstand als Verwaltungsbau in zwei Phasen. Sie hat einen Renaissance- und einen Barock-Teil. Ein weiteres bedeutendes Barockbauwerk in der Stadt ist die Waage. Auch die große Zitadelle Petersberg entstand zur Zeit des Barock. Die folgende Epoche des Klassizismus war in Erfurt nicht besonders prägend, Gebäude dieser Zeit sind der Kaisersaal, die Kleine Synagoge oder auch der Alte Hauptbahnhof. Im Historismus entstanden neben zahlreichen Wohngebäuden auch das Rathaus, das Gericht und die Thomaskirche. Zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg entstanden beispielsweise die Lutherkirche (Art Deco), die Thüringenhalle, das Jacobsenviertel oder der Landtag. Aus dem Jahr 1960 stammt die Gesamtanlage des egaparks und aus der Nachwendezeit die Messe, das Neue Theater oder auch die Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle.
Kirchen und Klöster
Wegen seiner zahlreichen Kirchen und Klöster erhielt Erfurt im Mittelalter den Beinamen "Thüringisches Rom". Heute gibt es in der Altstadt 22 Kirchen und fünf freistehende Kirchtürme ehemaliger Kirchen. Des Weiteren gibt es in den anderen Städtteilen acht und in den eingemeindeten Dörfern 42 weitere Kirchen, womit Erfurt heute über 77 historische Kirchengebäude verfügt. Früher gab es in der Altstadt bis zu 38 Kirchen (inklusive der Klosterkirchen der 14 Erfurter Klöster).
Das Wahrzeichen der Stadt ist das einzigartige Ensemble von Dom und Severikirche auf dem Domplatz. Die Kirchen sind auf dem Domberg beheimatet und über 70 Stufen zu erreichen. Die größte Glocke des Domes, die Gloriosa, ist die größte freischwingende mittelalterliche Glocke Europas. Die 1497 gegossene Glocke ist 2,57 Meter hoch, misst 2,54 Meter im Durchmesser und wiegt 11.450 Kilogramm. Die Gloriosa wird heute noch zu besonderen Ereignissen und kirchlichen Feiertagen geläutet.
Die Barfüßerkirche wurde 1231 errichtet und gehörte einst zum Kloster der Franziskaner. Bei einem Bombenangriff im Jahr 1944 wurde die Kirche weitgehend zerstört. In der Ruine der Kirche finden jährlich im Sommer Theatervorstellungen unter freiem Himmel statt. Derzeit wird ein Umbau geplant. Die Kosten sollen sich auf zwei Millionen Euro belaufen. Dabei ist nicht an eine Restaurierung gedacht, wie bei der Frauenkirche in Dresden, sondern an einen Überbau, um die historische Substanz als Kulturerbe zu erhalten.
Die am Wenigemarkt beheimatete Ägidienkirche wurde 1110 erstmals erwähnt. Sie war eine der zwei Brückenkopfkirchen der Krämerbrücke, ist aber heute als einzige erhalten. Der Zugang zur Krämerbrücke erfolgt durch ein begehbares Tor in der Kirche. Der Turm kann von Besuchern bestiegen werden und bietet eine einzigartige Aussicht über die gesamte Erfurter Altstadt.
Die zwischen 1270 und 1450 erbaute Predigerkirche mit dem zugehörigen Predigerkloster ist eine dreischiffige kreuzrippengewölbte Basilika und eines der bedeutendsten Bauwerke der Bettelordensarchitektur in Deutschland. Dendrologische Untersuchungen ergaben, dass der ausschließlich aus Holz bestehende Dachstuhl von thüringer Fichten stammt, die zwischen 1279 und 1285 geschlagen wurden. Damit besitzt das Predigerkloster den ältesten Dachstuhl im deutschsprachigen Raum.
Der mit 60 Metern höchste Turm der Altstadt ist der Nikolaikirchturm in der Augustinerstraße. Weitere bekannte Kirchen sind die Peterskirche auf dem Erfurter Petersberg, die Kaufmannskirche, die Lorenzkirche und die Schottenkirche.
Das 1277 erbaute Augustinerkloster ist vor allem als bedeutende Lutherstätte bekannt. Nach Beendigung seines Studiums in Erfurt schloss sich Martin Luther den Augustiner-Eremiten an. Hier lebte er von 1505 bis 1511 und wurde 1507 im Dom zum Priester geweiht. Heute wird das Augustinerkloster als internationale Begegnungsstätte genutzt. In den Sommermonaten finden im Renaissancehof des Klosters verschiedene Konzerte und Theateraufführungen statt.
Profane Bauwerke
Erfurt besitzt einen der am besten erhaltenen und größten mittelalterlichen Stadtkerne Deutschlands. Ein bemerkenswertes Bauwerk ist die Krämerbrücke, die 1117 erstmals erwähnt und 1325 nach mehreren Bränden aus Stein gebaut wurde. Das 120 m lange Bauwerk überspannt die Gera und ist mit 32 Häusern bebaut. Damit ist die Krämerbrücke die längste komplett bebaute und bewohnte Brücke Europas. Einst befanden sich an beiden Zugängen Brückenkopfkirchen, heute ist nur noch die Ägidienkirche am Zugang Wenigemarkt erhalten.
Neben der Krämerbrücke waren im Mittelalter die Lehmannsbrücke, erstmalig 1108 erwähnt und 1976 durch ein Spannbetonbauwerk ersetzt, die Schlösserbrücke und Lange Brücke wichtige Gerabrücken. Zu den ältesten erhaltenen Natursteinbrücken der Stadt zählt außerdem die Roßbrücke aus dem Jahr 1750.
Direkt neben dem Domplatz reckt sich der Petersberg empor, auf dem zwischen 1665 und 1707 die Zitadelle Petersberg errichtet wurde. Heute ist die Zitadelle die einzige weitgehend erhaltene barocke Stadtfestung Europas.
Auf dem Fischmarkt, gelegen zwischen Anger und Domplatz, befindet sich das Erfurter Rathaus. Das neogotische Haus wurde 1870 bis 1874 erbaut und enthält im Treppenaufgang zahlreiche Wandgemälde mit Szenen der Erfurter und Thüringer Geschichte. Gegenüber dem Rathaus befindet sich die 1561 errichtete Statue eines römischen Kriegers, welcher den Stadtpatron Martin von Tours darstellen soll. Am Fischmarkt befinden sich noch weitere sehenswerte Gebäude, beispielsweise das 1562 erbaute Haus zum Roten Ochsen, welches heute eine Kunstgalerie beheimatet. Links vom Rathaus steht das Haus zum Breiten Herd mit seiner reich verzierten Renaissancefassade.
Auf dem Gelände des egaparks befindet sich die 1480 errichtete und im 17. Jahrhundert zur Zitadelle ausgebaute Cyriaksburg. Sie beherbergt heute das Deutsche Gartenbaumuseum und eine Aussichtsplattform auf einem der beiden Festungstürme.
Weitere sehenswerte Bauwerke sind das Haus zum Güldenen Krönbacken, das Haus zum Sonneborn, welches heute das Standesamt beherbergt, die Kurmainzische Statthalterei (heute Thüringer Staatskanzlei) und der Gebäudekomplex Engelsburg, Ursprung der Dunkelmännerbriefe. Das nahe Collegium Maius der alten Universität in der Michaelisstraße wird bis 2010 als Verwaltungssitz der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland rekonstruiert.
Der Dachstuhl des Haus Dacheröden brannte am 24. August 2006 vollständig aus. Der Renaissance-Bau ist danach für 1,5 Millionen Euro saniert worden. Das Haus war im 18. und 19. Jahrhundert Treffpunkt für Gelehrte, Schriftsteller und Künstler. Goethe, Schiller, Dalberg und Wilhelm von Humboldt waren oft Gäste dieses Hauses.
Das klassizistische Kultur- und Kongresszentrum Kaisersaal gehört als Stätte von Napoleons Erfurter Fürstenkongress 1808 und des Erfurter Parteitages der SPD 1891 mit zu den historisch bedeutsamsten Gebäuden.
Ein Großteil des Textes wurde www.wikipedia.de entnommen. Hierfür gilt: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
>> Halle
Halle (Saale) ist eine kreisfreie Stadt im Süden von Sachsen-Anhalt und liegt an der Saale413 km. Mit über 232.000 Einwohnern ist Halle die größte Stadt und eines der drei Oberzentren des Bundeslandes Halle (Saale), Dessau-Roßlau ,Magdeburg und ist Sitz des Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt.
Die Stadt bildet gemeinsam mit der benachbarten Großstadt Leipzig einen Ballungsraum, welcher Teil der Metropolregion Sachsendreieck ist. Halle ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschaftszentrum in den neuen Bundesländern.
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Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 806 n. Chr. Die Einwohnerzahl der Stadt Halle (Saale) überschritt 1890 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Als einzige deutsche Großstadt mit mehr als 200.000 Einwohnern hat Halle den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden, sodass ihr städtebaulicher Charakter unter den deutschen Großstädten als einzigartig gilt.
Halle ist Sitz einer der ältesten Universitäten Deutschlands, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenbergca.18500 Studenten. Die Stadt Sitz der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft in Deutschland und die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt. und der Kulturstiftung des Bundes, welche für die Bundesrepublik Deutschland die Aufgaben der internationalen Vertretung der nationalen Wissenschaft und deutschen Kultur haben. Im Stadtgebiet befinden sich eine Vielzahl von kulturellen und musealen Einrichtungen, wie der Stiftung Moritzburg oder dem Landesmuseum für Vorgeschichte (Halle). Des Weiteren ist der Weinberg Campus ein wichtiges Technologie- und Gründungszentrum in den Neuen Bundesländern
Geografie
Halle liegt am Nordwestrand der Leipziger Tieflandsbucht, der größere Teil östlich der schiffbaren Saale, die sich hier in mehrere Arme teilt und eine breite Flussaue bildet, und unterhalb der Mündung der Weißen Elster. Auf einer Länge von 27 km fließt die Saale durch Halle.Dazu befinden sich ca. 180 anthropogen entstandene stehende Gewässer im Stadtgebiet. Der Hufeisensee ist mit 73 ha der größte See der Stadt. Weitere größere Seen sind der Osendorfer See mit 21ha und der Heidesee mit 12,5 ha.
Halle ist die Stadt mit der höchsten Bevölkerungsdichte in den neuen Bundesländern.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet ist in die fünf Stadtbezirke Mitte, Nord, Ost, Süd und West gegliedert. Die Stadtbezirke sind in insgesamt 43 Stadtteile, und diese wiederum in Stadtviertel unterteilt.
Mitte: Altstadt ,Südliche Innenstadt , Nördliche Innenstadt
Nord: Paulusviertel , Am Wasserturm/Thaerviertel, Landrain,Frohe Zukunft,Trotha ,
Industriegebiet Nord ,Gottfried-Keller-Siedlung , Seeben ,Tornau, Mötzlich
Ost: Gebiet der DR ,Freiimfelde/Kanenaer Weg ,Dieselstraße ,Diemitz, Dautzsch,
Reideburg ,Büschdorf, Kanena/Bruckdorf
Süd: Lutherplatz/Thüringer Bahnhof , Gesundbrunnen,Südstadt, Damaschkestraße
Ammendorf/Beesen, Radewell/Osendorf, Planena, Böllberg/Wörmlitz, Silberhöhe
West: Nördliche Neustadt , Südliche Neustadt , Westliche Neustadt , Gewerbegebiet Neustadt,
Ortslage Lettin, Heide-Nord/Blumenau ,Saaleaue , Kröllwitz , Heide-Süd ,Nietleben ,
Dölauer Heide, Dölau
Geschichte
Im Chronicon Moissiacence 806 wird der Ort Halle als „Halla“ erstmals genannt. 968 gründete Otto I. das Erzbistum Magdeburg, zu dem auch Halle bis zum Jahre 1680 gehörte. Um 1120 wurde die Stadt umfassend erweitert. Das war durch den steigenden Salzhandel und den damit verbundenen Reichtum möglich. Zunächst lag dieser in der Hand der Erzbischöfe, seit Ende des 12. Jahrhunderts bildete sich die Innung der PfännerEigentümer oder Pächter eines Teils einer Saline heraus, es waren freie Unternehmer, die die Lehnsanteile an Solgütern in freies Eigentum überführen konnten. So entstand ein selbstbewusstes Bürgertum, das 1263 mit dem Magdeburger Erzbischof Rupertus einen Vertrag schloss, nach dem der Erzbischof keine Burg im Umkreis einer Meile und keine weiteren Solbrunnen anlegen durfte. Die Pfänner bestimmten über Jahrhunderte die Politik der Stadt. 1281 wurde Halle urkundlich erstmals als Mitglied der Hanse Vereinigungen niederdeutscher Kaufleute, deren Ziel die Sicherheit der Überfahrt und die Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen besonders im Ausland erwähnt, 1310 die Selbstverwaltung der Stadt vertraglich festgehalten.
1418 begann der Bau am Roten Turm, einem Glockenturm „zur Ehre Gottes und der Stadt Halle wie der ganzen Umgebung zur Zierde“. Er wird später zum Wahrzeichen der Stadt. 1478 endete die etwa 200-jährige städtische Selbständigkeit. 1484 ließ Erzbischof Ernst in der Nordwestecke der Stadt die Moritzburg als befestigtes Wohnschloss erbauen und zog 1503 feierlich ein. Bis 1680 war Halle Haupt- und Residenzstadt des Erzbistums Magdeburg.
Halle war die Lieblings-Residenz des Kardinals Albrecht von Brandenburg. Als die Reformation in Halle einzog, verließ er Halle mitsamt seinem Hofstaat und allen beweglichen Kunstgegenständen des Domes nach Mainz und Aschaffenburg. Sein Günstling Hans von Schönitz, der den Kühlen Brunnen in der Nähe des Marktes bewohnte, initiierte die Zusammenlegung der beiden Kirchen auf dem Marktplatz. 1530 bis 1554 wurden die romanischen Basiliken St. Gertraud und St. Marien abgerissen und zwischen den verbliebenen Türmen (Blaue Türme und Hausmannstürme) die damit viertürmige Marktkirchezählt zu den bedeutendsten Bauten der Spätgotik in Mitteldeutschland errichtet. Diese spiegelt den Übergang von der Gotik zur Renaissance wider. Hans von Schönitz fiel später in Ungnade und wurde vor seiner Hinrichtung mehrere Jahre in der Burg GiebichensteinAuf ihrem Gelände befindet sich heute ein Teil des Kunstcampus der Hochschule für Kunst und Design Halle eingekerkert. Es kam zur Empörung der Bürger über diesen Mord, aber auch über das ausschweifende Leben Albrechts. An der Spitze der Proteste stand Martin Luthertheologische Urheber und Lehrer der Reformation , der die maßlose Verschwendung und Prunksucht, den Schandverkehr Albrechts moralisch-religiös anklagte.
Durch die Prunksucht und die Bautätigkeit von Albrecht von Brandenburg erhielt Halle bestimmte Strukturen der Renaissancedas kulturelle Aufleben der griechischen und römischen Antike im Europa des 14. bis 17. Jahrhunderts. Es entstand die Neue Residenz, weiterhin baute er an der Moritzburg und am Dom. Die Struktur der Stadt wurde entscheidend verändert. Mehrere Gebäude wurden abgerissen, so das Kloster Neuwerk, die Lambertikapelle und das Cyriakshospital. Er hatte dadurch ständig Geldnöte und so dass er sich gezwungen sah, auch Teile des Halleschen HeiltumsReliquiensammlung des Kardinals Albrecht von Brandenburg in seiner Residenz Halle (Saale) und wertvolle Reliquien zu verkaufen. Sein finanzieller und moralischer Bankrott beschleunigte ungewollt den Einzug der Reformationkirchliche Erneuerungsbewegung zwischen 1517 und 1648, die zur Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen (katholisch, lutherisch, reformiert) führte. 1541.
Von der Reformation bis 1945
1541 wurde in der Residenzstadt des Erzbistums Magdeburg die Reformation vor allem unter der Federführung von Justus Jonas dem Älteren eingeführt. Martin Luther predigte selbst mehrere Male in Halle in der Marktkirche.
Das Erzbistum wurde fortan von einem erzbischöflichen Administrator verwaltet. Im Dreißigjährigen Krieg1618-1648 1625 besetzten Kaiserliche Truppen unter Wallenstein zwischen 1625 und 1634 zweimal Oberbefehlshaber der kaiserlichen Streitkräfte im Dreißigjährigen Krieg die Stadt. 1637 brannte die Moritzburg aus. Nach dem Tod des letzten erzbischöflichen Administrators, Herzog August von Sachsen, im Jahre 1680 fiel Halle mit dem gesamten Erzstift Magdeburg an das Kurfürstentum Brandenburg und wurde mit diesem ab 1701 Teil des Königreichs Preußen. Halle war seit dieser Zeit bis 1714 Hauptstadt des preußischen Herzogtums Magdeburg.
1694 wurde die Universität Halle (alma mater halensis) mit zunächst vier Fakultäten gegründet. Die alma mater halensis entwickelte sich gemeinsam mit den 1698 gegründeten Franckeschen Stiftungen zu einem Zentrum der bürgerlichen Frühaufklärung.
Während der Napoleonischen Kriegedie von 1792 bis 1815 dauernden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und seinen europäischen Gegnern erstürmte am 17. Oktober 1806 die Division Dupont des Korps Bernadotte die Stadt und schlug danach die preußische Reservearmee. Wenige Tage später besuchte Kaiser Napoleonfranzösischer General, Staatsmann und Kaise r die Stadt und ordnete die Auflösung der Universität an.
1842 wurde das Gefängnis der Stadt, der Rote Ochse Justizvollzugsanstalt in Halle (Saale), (heute JVA Halle I), als Straf- und Besserungsanstalt eröffnet. Es ist unter wechselnden Funktionen bis heute in Nutzung. Ein Teil der weitläufigen Anlage ist heute als Museum gestaltet.
Im April 1891 fuhr in Halle die erste elektrische Straßenbahn der „Stadtbahn Halle“. Bis Juni 1891 wurden drei weitere Linien hinzugefügt. Halle besaß damit das erste elektrische Straßenbahnnetz Europas.
Halle erlitt im Zweiten Weltkrieg als eine der wenigen größeren deutschen Städte nur geringe Zerstörungen. Zwei Bombenangriffe erfolgten auf die Stadt: der erste am 31. März 1945, der zweite einige Tage später. Ziel waren die Bahnhofsanlagen, die aber nicht getroffen wurden. Zerstörungen gab es nur zwischen Bahnhof und Zentrum (1. Angriff) bzw. im südlichen Stadtteil (2. Angriff). Am 17. April 1945 wurde Halle von amerikanischen Truppen besetzt, dabei wurde der Rote Turm in Brand geschossen. Dass die Stadt dabei keine größeren Schäden erlitt, wird von manchen dem damals dort ansässigen Felix Graf von Luckner zugeschrieben, der zusammen mit dem Oberbürgermeister und einem Wehrmachtsoffizier die Stadt an die amerikanischen Truppen übergab. Im Juli zogen die Amerikaner wieder ab, als Besatzungsmacht folgte die Sowjetunion.
Stadtentwicklung zur Zeit der DDR
Halle wurde Hauptstadt der Provinz Sachsen, die 1947 im Land Sachsen-Anhalt aufging. Mit der Auflösung der Länder in der DDR 1952 wurde Halle Bezirksstadt des Bezirks Halle. 1990 wurde der Bezirk Halle aufgelöst und Halle (Saale), seit 1990 mit Halle-Neustadt vereinigt, gehört seither dem neu gegründeten Bundesland Sachsen-Anhalt an.
Da Halle nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich weniger stark zerstört war als andere Städte in der DDR, wurde zunächst nur wenig in die städtebauliche Entwicklung investiert . Die erste größere Stadterweiterung, die Wohnstadt-Süd, wurde 1959 begonnen. Später kam die Wohnstadt Nord sowie die Silberhöhe geprägt von Plattenbauten hinzu – mit insgesamt über 20.000 Wohneinheiten für mehr als 50.000 Menschen. Das größte Baugebiet entstand in den 1960er Jahren mit dem Aufbau der „Chemiearbeiterstadt Halle-West“ für zunächst etwa 70.000 Menschen. Das Wohngebiet Halle-West wurde 1967 zur selbständigen Stadt Halle-Neustadt, die sie bis zur Wiedervereinigung 1990 blieb. Als die Altstadt zunehmend verfiel, wurde der Handlungsdruck groß, Stadterneuerung zu betreiben. In den 1980er Jahren verlor die Altstadt durch flächenhafte Abrisse zum Teil wertvolle historische Bausubstanz.
Hochschulen
Halles Entwicklung als Bildungsstandort ist eng mit den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts verbunden, in denen einerseits die Universität Halle (1694) und andererseits die Franckeschen Stiftungen (1698) gegründet wurden. Die Universität bildete mit Christian Thomasius und Christian Wolff, die beide auch Rektoren derselben waren, einen Hauptpunkt der deutschen Aufklärung. Schnell traten Spannungen zwischen den konservativ pietistischen Vertretern und den eher aufklärerisch orientierten Zeitgenossen auf. Mit Gelehrten wie Alexander Gottlieb Baumgarten, Johann Christian Reil oder Friedrich Schleiermacher erlangte die Universität besonders im 18. Jahrhundert deutschlandweit hohes Ansehen. So promovierte die erste Frau DeutschlandsDorothea Christiane Erxleben war die erste promovierte deutsche Ärztin . 1754 an der Universität Halle. Nach einer kurzzeitigen Schließung durch Napoleon wurde die Universität Halle mit der Universität Wittenberg vereinigt. Seit 1933 trägt sie ihren heutigen Namen Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. 1993 wurde die Pädagogische Hochschule Halle-Köthen und Teile der Technischen Hochschule Merseburg integriert. Nach 1989 wurden viele Gebäude neu errichtet. So konzentriert sich die Universität auf den innerstädtischen Campus um den Universitätsplatz (mit Hauptgebäude, AudiMax, Melanchtonianum und Juridicum) und den weinberg campus.
Die zweite wichtige Hochschule in Halle ist die Hochschule für Kunst und Design Halle (Saale) auf Burg Giebichenstein. In ihrer heutigen Form existiert sie seit 1915. Sie geht auf eine gewerbliche Zeichen- und Handwerkerschule aus dem Jahre 1879 zurück. Der für Halle sehr wichtige Bürgermeister Rive berief 1915 Paul Thiersch zum neuen Direktor, was heute als Gründungsjahr der Kunstschule Burg Giebichenstein angesehen wird. Thiersch versuchte mit anderen Lehrern, die wie Gerhard Marcks und Marguerite Friedlaender zum Teil vom Bauhaus kamen, die Themen des Deutschen Werkbundes in dieser Schule umzusetzen. Die heutige Struktur der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein wurde damals festgelegt. Die Kunstschule verlor 1933 wichtige Lehrer, sie konnte sich aber durch die Nazi-Zeit retten. Das Bestehen war im Zuge des „Formalismusstreits“ in der DDR in den 1950er Jahren gefährdet. Von 1963 bis 1970 gab es nur Ausbildung im Kunsthandwerk und in der Formgestaltung (heute Design). Nach 1970 konnte die Hochschule wieder die Struktur der 1920er Jahre aufnehmen und es werden sowohl Design, Kunst und Kunsthandwerk gelehrt. Heute hat die Hochschule etwa 1000 Studenten. Jedes Jahr öffnet sie im Juli ihre Werkstätten und Ateliers für drei Tage, so dass man die Arbeiten von Studenten und Lehrern sehen kann, eine Modenschau führt in diese Tage ein.
Die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik in Halle geht auf die Evangelische Kirchenmusikschule Aschersleben zurück, die 1926 als erste Einrichtung ihrer Art gegründet wurde. 1939 zog sie nach Halle und ist seit 1993 staatlich anerkannt. Träger ist die Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen.
Naherholungsgebiete.
Die beliebtesten Naherholungsgebiete, die mit Ausnahme der Dölauer Heide mit der Saale in Verbindung stehen, haben zugleich einige Sehenswürdigkeiten oder andere Freizeiteinrichtungen zu bieten: Saaleaue mit Galopprennbahn , Würfelwiese, Ziegelwiese und Peißnitzinsel mit Parkeisenbahn Peißnitzexpress Halle (Saale) , Großer und kleiner Galgenberg , Dölauer Heide mit Bischofswiese, darauf Befestigungsanlagen und Hügelgräber aus der Jungsteinzeit ,Rabeninsel, Riveufer und Trothaer Ufer bis Insel Forstwerder , Volkspark ,Klausberge
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>>Leipzig
Leipzig gehört zu den sechs OberzentrenLeipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau, Plauen, Oberzentraler Städteverbund Bautzen-Görlitz-Hoyerswerda Sachsens . Leipzig hat etwa 519.000 Einwohner und gehört zu den drei größten Städten im Osten Deutschlands. Die Stadt bildet gemeinsam mit der benachbarten Großstadt Halle(Saale) einen Ballungsraum. Leipzig ist des Weiteren ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und eines der wichtigsten Wirtschaftszentren Ostdeutschlands.
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Nach Verleihung des Stadtrechts und der Marktprivilegien um das Jahr 1165 entwickelte sich Leipzig bereits während der Deutschen Ostsiedlung zu einem wichtigen Handelszentrum. Leipzigs Tradition als bedeutender Messestandort in Mitteleuropa mit einer der ältesten Messen der Welt geht auf das Jahr 1190 zurück und war eng mit der langjährigen Rolle Leipzigs als internationalem Zentrum des Pelzhandels verknüpft. Die Stadt ist ein historisches Zentrum des Buchdrucks und -handels. Außerdem befinden sich in Leipzig eine der ältesten Universitäten sowie die ältesten Hochschulen für Handel und Musik Deutschlands.
Eine intensive Bautätigkeit wie auch der Immobilienskandal um Jürgen Schneider in den 1990er Jahren betrafen insbesondere die Leipziger Innenstadt, darunter 15 besonders wertvolle und aufwändig restaurierte historische Immobilien wie die Mädlerpassage eine der wenigen vollständig erhaltenen und prachtvollsten Passagen der Messestadt und Barthels Hof. historischer Gebäudekomplex in der Leipziger Innenstadt
Geographische Lage
Leipzig liegt im Zentrum der Leipziger Tieflandsbucht, eines Teils der Norddeutschen Tiefebene. Im Osten grenzt daran das nördliche Elbland und im Südosten und Süden das Mittelsächsische Hügelland.
Leipzig liegt fast im Schwerpunkt der drei benachbarten Landeshauptstädte Dresden, Magdeburg und Erfurt.
Durch die Stadt fließt die Weiße Elster Länge 257 km, in die hier die Pleiße Länge 90 km und die PahrteLänge 56,7 km münden.
Die Stadt Leipzig wurde südlich an der Parthe vor ihrem Eintritt in die Elster-Pleiße-Aue gegründet.Mit Leipzig wird jedoch vor allem die Pleiße in Verbindung gebracht, da mit dem Pleißenmühlgraben einer ihrer Nebenarme unmittelbar am Stadtzentrum vorbeifließt.
Entlang der Flüsse zieht sich ein ausgedehntes Auwaldgebiet liegt zum überwiegenden Teil auf dem Gebiet der Stadt Leipzig in Nord-Süd-Richtung durch die Stadt, das im mittleren Bereich zum Teil in Parks umgestaltet wurde.
Da sich unter Leipzig und seinem Umland bedeutende Braunkohlelagerstätten befinden, wurde bereits in den 1930er Jahren mit dem industriellen Abbau dieses Rohstoffes in Tagebauweise begonnen. Durch den Bergbau, der sich während der DDR-Zeit immer weiter ausbreitete wurden südlich von Leipzig Teile des Auwaldes zerstört.
Die Stadt liegt inmitten eines ehemaligen Binnendeltas, das durch die Anlage von Mühlgräben und Hochwasserschutzanlagen häufig umgestaltet wurde. In den 1950er Jahren wurden der Pleißemühlgraben und ein Teil desElstermühlgrabens – im Mittelalter für den Betrieb von Mühlen teilweise künstlich angelegte Nebenarme der beiden Flüsse – wegen der Verschmutzung durch Industrieabwässer aus der Braunkohleverarbeitung südlich von Leipzig verrohrt oder verfüllt, so dass Leipzig seinen Charakter als Flussstadt teilweise verlor.
Die Einleitung der hochgiftigen Abwässer führte dazu, dass die Flüsse biologisch tot waren. Seit dem weitgehenden Ende der gewässerverschmutzenden Industrie zu Beginn der 1990er Jahren werden beide Flussläufe nach und nach wieder freigelegt. Heute verlaufen rund 141 Kilometer ständig wasserführende Fließgewässer auf der Stadtfläche, hinzu kommen nur temporär wasserführende Bäche und Gräben.
Leipzig zählt heute mit seinen zahlreichen Stadtparks, wie beispielsweise dem zentrumsnahen Clara-Zetkin-Park mit 125 Hektar die größte Parkanlage Leipzigs und dem Rosental 118 Hektar vielen neu geschaffenen Anlagen in den Wohngebieten sowie den traditionellen Schrebergartenvereinen zu den grünsten Städten Deutschlands. Der Grünflächenanteil wird mit rund 50%, der Waldanteil mit etwa 7% beziffert.
Anfang der 1990er Jahre wurde der Braunkohleabbau gestoppt und mit der Rekultivierung der Tagebaurestlöcher und der Renaturisierung begonnen. Inzwischen sind aus den gefluteten Tagebauen mehrere Seen mit sehr guter Wasserqualität entstanden. Weitere Tagebaue befinden sich noch in der Flutung. Der Cosbunder Seeca.4,36 km2 liegt dem Leipziger Stadtzentrum am nächsten und dient bereits als sehr gut erschlossenes Naherholungsgebiet. Der so entstehende großflächige Erholungsraum wird als "Leipziger Neuseenland" auch touristisch vermarktet und soll bei Fertigstellung 70 km2 Wasserfläche umfassen.
Stadtgliederung und Nachbargemeinden
Leipzig ist seit 1992 verwaltungsmäßig in zehn Stadtbezirke gegliedert, die 63 Ortsteileenthalten.
Stadtbezirke: Mitte; Nordost; Ost; Südost; Süd, Südwes; West; Alt-West; Nord-West; Nord
Stadtteile : Abtnaundorf | Althen | Anger | Baalsdorf | Böhlitz | Bösdorf | Breitenfeld | Burghausen | Cleuden | Connewitz | Crottendorf | Dölitz | Dösen | Ehrenberg | Engelsdorf | Eutritzsch | Flickert | Göbschelwitz | Gohlis | Gottscheina | Großzschocher | Grünau | Gundorf | Hartmannsdorf | Heiterblick | Hirschfe,ld | Hohenheida | Holzhausen | Kleinpösna | Kleinzschocher | Knauthain | Knautkleeberg | Knautnaundorf | Lausen | Leutzsch | Liebertwolkwitz | Lindenau | Lindenthal | Lößnig | Lützschena | Marienbrunn | Meusdorf | Miltitz | Mockau | Möckern | Mölkau | Neuschönefeld | Neustadt | Neutzsch | Paunsdorf | Plagwitz | Plaußig | Plösen | Portitz | Probstheida | Quasnitz | Rehbach | Reudnitz | Rückmarsdorf | Schleußig | Schönau | Schönefeld | Seehausen | Sellerhausen | Sommerfeld | Stahmeln | Stötteritz | Stünz | Südvorstadt | Thekla | Thonberg | Volkmarsdorf | Wahren | Wiederitzsch | Windorf | Zuckelhausen | Zweinaundorf
Geschichte
Etwa 900 nach Chr. wurde an beiden Ufern der Partheeine slawischeSiedlung angelegt.Erstmals erwähnt wurde Leipzig 1015. Als Gründungsjahr der Stadt gilt das Jahr 1165, in dem Markgraf Otto der Reiche von Meißen dem Ort an der Kreuzung der Via Regia Kögnisstraße, rechtlich dem König zugeordnet mit der Via Imperii Reichsstraße das Stadtrecht und das Marktrecht erteilte. Mit der Stadtgründung entstanden die beiden großen Kirchbauwerke –die Thomaskirche und die St.-Nikolaikirche.
Leipzig lag in der Markgrafschaft Meißen, die 1439 im Kurfürstentum Sachsen aufging. Das Kurfürstentum wurde bereits 1485 durch die beiden Brüder Albrecht den Beherzten und Ernst mit der Leipziger Teilung aufgeteilt. Leipzig gehörte danach zum Herzogtum Sachsen, zu dessen Hauptstadt das bis dahin im Vergleich zu Leipzig oder Meißen unbedeutende Dresden ernannt wurde. Leipzig war darin häufig Tagungsort des Landtags. Nach der Verwaltungsreform 1499 lag Leipzig als sogenanntes Amt im Leipziger Kreis, neben dem es sieben weitere im Kurfürstentum gab.
Im Jahre 1409 wurde die Universität Leipzig als "Alma Mater Lipsiensis" größte Hochschule in Leipzig und die zweitälteste Universität auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland gegründet und gehört damit zu den ältesten Universitäten in Deutschland.
Nach Erhebung zur Reichsmessestadt 1497 und Ausdehnung des Stapelrechts Form des Marktrechts auf einen Umkreis von 115 Kilometer zehn Jahre später durch Kaiser Maximilian I. wurde Leipzig zu einer Messestadt von europäischem Rang. Für den Güteraustausch zwischen Ost- und Westeuropa entwickelte es sich zum wichtigsten deutschen Handelsplatz. Bedeutend für die spätere Entwicklung zur Messestadt war insbesondere der Fellhandel sowie die Weiterverarbeitung zu Pelzhalbfabrikaten für die Kürschnerei und die Herstellung der zugehörigen Werkzeuge und Maschinen. Der Leipziger Brühl wurde neben London zum internationalen Handelszentrum der Pelzwirtschaft. Noch 1913 lag der Anteil der Pelzbranche am Steueraufkommen Leipzigs bei 40 Prozent.
1539 wurde die Reformation endgültig durch Luther und Justus Jonas in Leipzig eingeführt. In Folge wechselte die Kurwürde an die albertinische Linie, in deren Herzogtum Leipzig lag. In diesen Jahren war die Entwicklung Leipzigs vor allem durch die sich stetig verbessernden Lebensbedingungen gekennzeichnet. Als immer bedeutendere Handels- und Messestadt profitierte Leipzig dabei von einem wohlhabenden Bürgertum. Bereits im 16. Jahrhundert entstand eine Trinkwasserversorgung. 1650 erschienen erstmals die Einkommenden Zeitungen sechs Mal pro Woche. Sie gelten damit als älteste Tageszeitung der Welt.
Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648 war ein schwerer Einschnitt in die prosperierende Entwicklung der Stadt, die Bevölkerungszahl ging von 18.000 auf 12.000 zurück. Zwischen 1631 und 1642 wurde die Stadt fünfmal belagert, von 1642 bis 1650 war sie schwedisch besetzt.
1701 wurde in Leipzig eine Straßenbeleuchtung eingeführt. Die etwa 700 Laternen, nach Amsterdamer Vorbild gefertigt und mit Öl betrieben, wurden erstmals am Abend des 24. Dezember 1701 angezündet. Dazu stellte die Stadt sogenannte Laternenwärter ein, die nach einem festen Brennplan dafür zu sorgen hatten, dass die Laternen rechtzeitig angezündet und wieder gelöscht wurden.
Im Jahre 1813 fand die Völkerschlacht Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege bei Leipzig im Zuge der sogenannten Befreiungskriege statt. Die verbündeten Heere der Österreicher, Preußen, Russen und Schweden brachten in dieser Schlacht Napoleons Napoleon Bonaparte, Kaiser Napoleon I, 1769-1821 Truppen und deren Verbündeten, darunter das Königreich Sachsen, die entscheidende Niederlage bei, die schließlich zur Verbannung Napoleons auf die Insel Elba führte.
Am 20. April 1825 wurde der Börsenverein der Deutschen Buchhändler gegründet, zu dem Zeitpunkt war Leipzig eines der Zentren des deutschen Buchhandels und Verlagswesens.
1839 wurde die Leipzig-Dresdner Eisenbahn als erste deutsche Fernbahnstrecke eröffnet. Leipzig entwickelte sich allmählich zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt in Mitteldeutschland, was sich auch darin äußerte, dass der damals nach Mailands Stazione Centrale größte Kopfbahnhof Sackbahnhof, Bahnhof, in den nur von einer Seite aus Züge einfahren und zur selben Seite hin wieder ausfahren können Europas von 1902 bis 1915 in Leipzig entstand.
Am 2. April 1843 begründete Felix Mendelssohn Bartholdy mit dem Conservatorium der Musik die erste Musikhochschule Deutschlands.
Infolge der Industrialisierung, aber auch vielfältiger Eingemeindungen der Vororte, stieg am Ende des 19. Jahrhunderts die Bevölkerungszahl rasant an. 1871 wurde Leipzig mit 100.000 Einwohnern Großstadt.
Am 1. Oktober 1879 wurde in Leipzig das Reichsgericht als oberstes Zivil- und Strafgericht des 1871 gegründeten Deutschen Reiches etabliert. Es hatte die Funktion des heutigen Bundesgerichtshofs.
Während des Zweiten Weltkrieges kam es in den Jahren 1943 bis 1945 zu mehreren Luftangriffen auf die Stadt, die zu erheblichen Zerstörungen der Innenstadt führten – bis zu 60 Prozent der Bausubstanz waren betroffen– und etwa 6000 Opfer forderten. Am 18. April 1945 erreichten Einheiten der 3. US-Armee die Stadt.
Am . Juli 1945 übernahm die Rote Armee Leipzig, und die Stadt kam zur sowjetischen Besatzungszone. Die sowjetische Militäradministration bildete den Rat der Stadt und die Stadtverordnetenversammlung, deren Zusammensetzung mit Gründung der DDR die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) diktierte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ die gesamtdeutsche wirtschaftliche Bedeutung Leipzigs in Folge der Zugehörigkeit zunächst zur sowjetischen Besatzungszone und seit 1949 zur DDR stark nach, was sich auch in einem kontinuierlichen Rückgang der Einwohnerzahl äußerte. Von 1952 bis 1990 war Leipzig Hauptstadt des Bezirks Leipzig und, gemessen nach Einwohnerzahlen, die zweitgrößte Stadt der DDR. In den Großstädten Berlin, Leipzig und Dresden wurden die meisten Kombinatsleitungen und Stammbetriebe angelegt, so dass sich die wirtschaftliche Bedeutung Leipzigs bezogen auf die DDR bis 1990 erhielt.
1989 leiteten die von der Nikolaikirche ausgehenden Montagsdemonstrationen das Ende der DDR mit ein. 1990 wurden Leipzig und der größte Teil des Bezirks Leipzig dem Freistaat Sachsen zugeordnet. Leipzig war seitdem Sitz des Regierungsbezirks Leipzig, der am 1. August 2008 im Direktionsbezirk Leipzig aufgegangen ist.
Unverändert ist Leipzig als Messe-, Medien- und Universitätsstadt bekannt, wenn auch die Bedeutung geringer ist als vor dem Zweiten Weltkrieg.
Wirtschaft und Infrastruktur
Vor dem Zweiten Weltkrieg war Leipzig nicht nur ein bedeutender Handelsplatz (Leipziger Messe), sondern auch ein bedeutender Industriestandort. Traditionell waren hier Verlagswesen und polygrafische Industrie, Gießereien, Maschinenbau, Pelzindustrie, Textilindustrie (Leipziger Baumwollspinnerei, Buntgarnwerke Leipzig) und Klavierbau (Blüthner, Hupfeld, Schimmel, Feurich) ansässig.
In der DDR-Zeit blieb Leipzig ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Der Bezirk Leipzig trug 1972 9,3 Prozent zur DDR-Industrieproduktion bei. Neben den bereits erwähnten Wirtschaftszweigen wurde insbesondere der Braunkohleabbau, die Energieerzeugung und die chemische Industrie südlich von Leipzig stark ausgebaut. Mit der Bildung von Kombinaten wurde Leipzig Sitz der Kombinate für Baumaschinen, komplette Anlagen und Erdbewegungsmaschinen (Baukema), Gießereianlagenbau und Gusserzeugnisse (Gisag), polygraphischen Maschinenbau, Rundfunk- und Fernmelde-Technik (RFT), Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Tagebauausrüstungen, Krane und Förderanlagen (TAKRAF) und Chemieanlagenbau (Chemieanlagenbau Leipzig-Grimma, CLG). Die fruchtbaren Böden der Leipziger Tieflandsbucht im Leipziger Raum wurden intensiv landwirtschaftlich genutzt.
Das "Diamant" genannte Kundenzentrum des Porsche-Werks in Leipzig.
Mit der Wende brach, wie in fast allen Regionen der ehemaligen DDR, nahezu die gesamte Industrieproduktion zusammen. Nur wenige Unternehmen blieben nach der Privatisierung erhalten. Es bestehen weiterhin die Maschinenbauunternehmen Kirow , TAKRAF , Gebrüder Brehmersowie das Kugel- und Rollenlagerwerk Leipzig . Von den Klavierherstellern besteht noch die Julius Blüthner Pianofortefabrik. Das 1852 in Leipzig gegründete Typographisches Kunst-Institut Giesecke & Devrient wurde 1948 als VEB Wertpapierdruckerei verstaatlicht und ist jetzt wieder als Giesecke & Devrient GmbH, Wertpapierdruckerei Leipzig in Leipzig ansässig.
Nach der Wende gelangen aber auch einige große Industrieansiedlungen, darunter Siemens , Porsche und BMW am Standort Leipzig). Mit der Ansiedlung der beiden letzteren konnte sich die Stadt als neuer Automobilstandort etablieren. 2005 stiegen die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) in den Schienenfahrzeugbau ein.
Auch Unternehmen der Kommunikations- und Informationstechnologien wie PC-Ware oder der überregionale Kabelnetzbetreiber Primacom mit seiner größten ostdeutschen Niederlassung sind in Leipzig beheimatet. Im Medienbereich ist neben zahlreichen kleineren Film- und Fernsehproduktionen eines der größten deutschen Filmunternehmen, die Kinowelt, in Leipzig ansässig. Auch die Unister Holding GmbH, ein auf den Betrieb und die Vermarktung von Webportalen spezialisierter E-Business-Anbieter, hat seinen Hauptsitz in der Leipziger Innenstadt. Neben Frankfurt am Main, München und Stuttgart gilt Leipzig darüber hinaus als überregional bedeutsamer Banken- und Finanzstandort.
Dank der zentralen Lage entwickelte sich Leipzig zu einem Verkehrs- und Logistikzentrum.
Der Gesundheitssektor spielt in Leipzig ebenfalls eine tragende Rolle. Das älteste Krankenhaus und größte unter städtischer Verwaltung ist das Klinikum St. Georg, das als Spital bereits 1439 von der Stadt übernommen wurde.
Leipzig ist ein beliebtes Ziel für Städtereisen und besitzt eine ausgebaute touristische Infrastruktur.
Städtebau
Leipzig verfügt noch über einen beträchtlichen Teil der Vorkriegsbebauung, die während der Gründerzeit,die wirtschaftliche Phase in Deutschland und Österreich im 19. Jahrhundert bis zum großen Börsenkrach von 1873 um die Jahrhundertwende sowie in der Weimarer Republik entstand. Diese kompakten Altbauviertel wurden zu DDR-Zeiten vernachlässigt und verfielen. Stattdessen wurde zwischen 1960 und 1980 auf Großsiedlungen, wie Grünau und Paunsdorf, gesetzt, die etwa 40 Prozent der nach 1945 in Leipzig entstandenen Wohnungen ausmachen. Eine Umstellung der Wohnungsbaupolitik in Richtung auf den Grundsatz der "Stadterneuerung im Bestand" hat nun die großflächige Restaurierung der Gründerzeitquartiere zum Ziel.
Insgesamt konzentriert sich die Stadterneuerung im Bereich der Gründerzeitbebauung auf 13 Gebiete mit 464 Hektar und 29.000 Wohnungen. Ein Beispiel dafür ist das zwischen der Innenstadt und dem Rosental gelegene Waldstraßenviertel. Es ist heute eines der wenigen vollständig erhaltenen Gründerzeit-Wohngebiete in Deutschland. Auf einer Fläche von über 100 Hektar sind von 845 Gebäuden 626 als Einzeldenkmale ausgewiesen.
Auch ein Großteil der übrigen Altbausubstanz wurde saniert. Mit einer einsetzenden Suburbanisierung in neu entstandene Einfamilienhaussiedlungen und der überregionalen Abwanderung in den 1990er Jahren führte dies aufgrund fehlender Lenkungsmaßnahmen zu einem großen Überhang an Wohnraum. Der Leipziger Wohnungsmarkt ist dadurch heute stark gesättigt.
Aufgrund ihrer höheren baulichen und architektonischen Qualität und der oftmals besseren Lage werden die sanierten Altbaustandorte den nunmehr ebenfalls größtenteils sanierten Großwohnsiedlungen vorgezogen. Dies führt zu einer beginnenden Verödung der Neubauviertel in Plattenbauweise. Dort wird versucht, mit teilweisem Rückbau und Umfeldaufwertungen eine Gesundung der Immobilienstruktur in der Stadt zu erreichen.
Verkehr
Leipzig war durch die Lage an der Kreuzung der Fernstraßen Via Regia und Via Imperii bereits frühzeitig ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die erste deutsche Fernbahnstrecke führt seit 1839 von Leipzig nach Dresden. Insbesondere durch die nach der politischen Wende investierten Mittel für die Modernisierung und den Ausbau der Fernstraßen-, Schienen- und Flugverkehrsanbindung kann Leipzig heute eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur vorweisen.
Der 1915 eröffnete Leipziger Hauptbahnhof ist hinsichtlich der überbauten Fläche der größte Kopfbahnhof Europas. Gleichzeitig ist er ein überregional wichtiger Knotenpunkt im ICE- und IC-Netz der Deutschen Bahn sowie Verknüpfungspunkt des S-Bahn- und Regionalverkehrs im Großraum Halle/Leipzig.
An Leipzig führen mehrere Autobahnen vorbei: im Norden die A 14, im Westen die A 9 und im Süden die A 38. Die drei Autobahnen bilden einen dreieckigen Teilring des Autobahndoppelringes Mitteldeutsche Schleife um Halle und Leipzig.
Durch das Stadtgebiet führen die Bundesstraßen 2, 6, 87, 181, 184 und 186.
Der Ring, der dem Verlauf der alten Stadtbefestigung entspricht, umführt die Innenstadt Leipzigs, die heute in weiten Teilen verkehrsberuhigt ist.
Der Flughafen Leipzig/Halle fungiert als internationaler Verkehrsflughafen für die gleichnamige Region. Er befindet sich am Schkeuditzer Kreuz nordwestlich von Leipzig auf halber Strecke zwischen den beiden Großstädten und verfügt über eine direkte Autobahnanbindung.
Parks und Gärten
Leipzig besitzt einen verglichen mit ähnlichen Großstädten bemerkenswerten Anteil an Parks und Grünflächen, überwiegend mit hohem gestalterischem Anspruch oder stadtstruktureller Bedeutung. Weit überregional bekannt waren die aufwendigen Bürgergärten, die sich seit Renaissance und Barock um die historische Innenstadt legten, etwa Apels Garten oder der Großbosesche Garten. Mit dem städtischen Wachstum im 19. Jahrhundert wurden diese privaten Anlagen überbaut, jedoch erhielten sich ihre Bezeichnungen verschiedentlich in Straßennamen. Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts begannen Begrünungen der städtischen Befestigungsanlagen und Wälle mit Alleen und Gehölzpflanzungen. Ende des Jahrhunderts entstand unter Bürgermeister Carl Wilhelm Müller (1728–1801) eine zusammenhängende Parkgestaltung am Schwanenteich und in dem heutigen Bereich vor dem Hauptbahnhof. Es handelte sich um die erste vom Bürgertum initiierte Landschaftsparkanlage Deutschlands. Zugleich war damit der Grundstein zu dem bis heute die Innenstadt umgebenden Promenadenring gelegt. Bis in das 20. Jahrhundert erfolgte die Gestaltung weiterer Abschnitte, darunter bis 1858 die Lenné-Anlage, auch Schillerpark genannt. Für die Planung konnte der Königlich Preußische Gartendirektor Peter Joseph Lenné gewonnen werden, einer der größten Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts. Im Auftrag des Bankiers Wilhelm Theodor Seyfferth konzipierte er wenig später ebenfalls den heute städtischen Johannapark.
Ab 1898 entstand unter Stadtgartendirektor Carl Otto Wittenberg direkt im Anschluss westlich der König-Albert-Park, ein repräsentativer Stadtpark mit Springbrunnenbassin, Teich und Musikpavillon. Seit 1955 führt er gemeinsam mit benachbarten Anlagen wie dem Palmengarten oder dem Scheibenholzpark die Bezeichnung Clara-Zetkin-Park. Unter Carl Otto Wittenberg entstanden parallel mit der Stadtentwicklung Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche begrünte Stadtplätze, ferner auch die landschaftlich gestalteten Anlagen Volksgarten Sellerhausen, Volkshain Stünz sowie der Südteil des Eutritzscher Parks. Im Gegensatz dazu schuf der Nachfolger Wittenbergs, Carl Hampel, zahlreiche formale Gestaltungen, unter anderem am westlichen Promenadenring, jedoch auch den weitläufigen Wilhelm-Külz-Park am Völkerschlachtdenkmal.
Seit 1913 gestaltete Leberecht Migge in der seinerzeit noch selbständigen Gemeinde Schönefeld einen klassischen Volkspark, den Mariannenpark. Fertiggestellt wurde die Anlage in der Zwischenkriegszeit bis 1928 unter Stadtgartendirektor Molzen. Bereits 1932 begannen die Arbeiten am Richard-Wagner-Hain beiderseits des Elsterflutbeckens. Er sollte ein monumentales Denkmal zu Ehren des gebürtigen Leipzigers Richard Wagner aufnehmen. Die Nationalsozialisten nahmen sich des Vorhabens an und erklärten es zum Projekt "Richard-Wagner-Nationaldenkmal". Für die erhaltene gärtnerische Gestaltung verantwortlich war Gustav Allinger. Emil Hipp fertigte am Chiemsee die Teile des Denkmals, das jedoch kriegsbedingt nicht mehr zur Aufstellung in Leipzig gelangte.
Westlich an den Zoologischen Garten grenzt der weitläufige Park Rosental. Ursprünglich kurfürstlicher Besitz, dann an die Stadt verkauft, beabsichtigte August der Starke hier dennoch die Errichtung einer Residenz, die die Stadt finanzieren sollte. Zwar konnte dies abgewendet werden, jedoch veranlasste der Landesherr die Anlage der noch vorhandenen Sichtschneisen durch die begrenzenden Waldbereiche, ausgehend von der großen zentralen Wiesenfläche. Seit dem 19. Jahrhundert fanden verschiedene Umgestaltungen im Sinne einer landschaftlichen Gestaltung statt.
Auf den Leipziger Arzt Moritz Schreber geht indirekt die nach ihm benannte Kleingartenbewegung (Schrebergärten) zurück. Neben der ältesten sogenannten Schreberanlage befindet sich in der Stadt das Deutsche Kleingärtnermuseum.
Als Friedenspark wird heute der 1950 geschlossene ehemalige Neue Johannisfriedhof bezeichnet. Ab 1973 erfolgte die Beräumung der zahlreichen historisch bedeutenden Grabdenkmale. Einige wenige wurden auf dem erhaltenen Alten Johannisfriedhof aufgestellt, dem über Jahrhunderte zentralen Begräbnisplatz der Stadt.
In den letzten Jahren entstanden neue Parkanlagen auf dem Gelände des ehemaligen Eilenburger Bahnhofs und am Karl-Heine-Kanal in Plagwitz ("Stadtteilpark Plagwitz").
Botanischer Garten.
Der Botanische Garten der Universität Leipzig beheimatet auf einer Fläche von 3,5 Hektar etwa 10.000 verschiedene Pflanzen aus mehr als 600 verschiedenen Arten. Er ist der älteste Botanische Garten Deutschlands und gehört zu den ältesten weltweit.
Tierpark
Der Zoologische Garten Leipzig ist eine 22,5 Hektar große parkartig gestaltete Grünanlage nordwestlich der Leipziger Altstadt, in der etwa 900 Tierarten gehalten und präsentiert werden. Er grenzt an das Rosental, einen Stadtpark.
Der Leipziger Zoo wurde am 9. Juni 1878 eröffnet und ist mit seinen vielen historischen Bauten einer der traditionsreichsten in Deutschland. Er war einst berühmt für seine Löwen- und später auch Tigerzucht, für die er seither das Internationale Zuchtbuch führt. Er beherbergt viele seltene Tierarten wie Baikalrobben, Moschustiere, Okapis oder Sepikwarane. Die wöchentliche Doku-Soap Elefant, Tiger & Co. des Mitteldeutschen Rundfunks machte den Zoo seit 2003 in ganz Deutschland bekannt. Eine der charakteristischen Backsteinanlagen ist die Bärenburg. Sie war Schauplatz vieler Zuchterfolge, ist aber längst veraltet. Noch in den 1990er Jahren war der Zoo stark sanierungsbedürftig und entsprach kaum mehr moderner Tierhaltung.
Aufgrund dieser Situation wird er seit einigen Jahren zu einem Zoo der Zukunft umgebaut, der 2014 abgeschlossen sein soll. Als bisher größtes Bauprojekt wurde die weltgrößte Menschenaffenanlage Pongoland fertiggestellt, die auch der Forschung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (EVA) dient.
Der Wildpark Leipzig ist ein Naturpark im Süden der Stadt. Die Tiere des Parks kommen größtenteils aus der europäischen Region, gezeigt werden zum einem Rot-, Dam-, Reh-, Muffelwild, aber auch Elche, Wisente, verschiedene Vogelarten und Füchse, Wildkatzen, Hermeline, Marder und Waschbären. Auch am Zuchtprogramm für den gefährdeten europäischen Nerz nimmt der Wildpark teil. Demnächst soll auch ein Erlebnispfad mit Wolfsgehege erstellt werden.
Ein Großteil des Textes wurde www.wikipedia.de entnommen. Hierfür gilt: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
>> Magdeburg
Magdeburg ist die Hauptstadt des Landes Sachsen-Anhalt. Derzeit wohnen in Sachsen-Anhalt ca. 2.360.000 ; 116 Einwohner pro km² Mit etwa 230.000 Einwohnern 1147 Einwohner je km² ist sie die zweitgrößte Stadt sowie eines der drei Oberzentren Magdeburg, Halle(Salle), Dessau-Roßlau des Landes. Magdeburg ist sowohl evangelischer als auch katholischer Bischofssitz und Standort zweier Hochschulen, der Otto-von-Guericke-Universität ca. 14.000 Studenten und der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) ca. 6600 Studenten.
. >> mehr info
Die Stadt ist bekannt wegen ihres bedeutenden historischen Erbes als Kaiserpfalz Ottos I., des ersten Kaisers des Heiligen Römischen Reiches ab 962. Dieses nutzend, haben nun findige Marketingstrategen die Idee geboren der Stadt den Beinamen "Ottostadt" zu geben. Ob es was bringt ? Warten wir es ab. Auch gegen das Hunterwasserhaus letztes Projekt von Friedensreich Hundertwasser gab es im Vorfeld viele Diskussionen. Zum Standort, zum Stadtbild, und, und und. Und doch hat sich das Hundertwasserhaus als eine wahre Bereicherung des Stadtbildes erwiesen und zieht heute jährlich tausende Touristen an. Nicht zuletzt auch zum Wohle des Stadtsäckels. Warum also nicht "Ottostadt" ... wenn es denn was bringt für die Lebensqualität der Bewohner...
Im Jahr 2005 feierte Magdeburg übrigens sein 1200-jähriges Bestehen.
Die Stadt liegt an der mittleren Elbe Länge 1.091,47 km , und am Ostrand der Landschaft Magdeburger BördeDie Magdeburger Börde liegt im Regenschatten des Harzes und ist daher eine der trockensten Gegenden Deutschlands, allerdings nicht die wärmste oder sonnenreichste etwa 50 Meter über Normalnull und bildet das Zentrum der Region Magdeburg. Die Stadt Magdeburg erstreckt sich vornehmlich am westlichen Hochufer des Stroms an einer Geländestufe, die durch den DomfelsenGesteinsformation zu Füssen des Magdeburger Doms gebildet wird. Magdeburg ist eine der wenigen Städte der Norddeutschen Tiefebene, die auf Fels gegründet ist. Teilweise liegt das Stadtgebiet auf einer langgestreckten Insel zwischen der "Strom-Elbe" und der "Alten Elbe" sowie am flachen östlichen Ufer des Flusses.
Laut einer Studie aus dem ersten Quartal 2007 hat Magdeburg unter den 50 größten deutschen Städten hinter Hannover den zweitgrößten Anteil an öffentlichen Grünflächen im Stadtgebiet.
Stadtgliederung
Die Stadt Magdeburg ist in 40 Stadtteile eingeteilt. In einigen Stadtteilen gibt es weitere Unterteilungen, die sich im Laufe der Geschichte eingebürgert haben. Dabei handelt es sich meist um Neubausiedlungen oder Wohngebiete, deren Grenzen durchaus fließend sein können. Diese sind in der nachfolgenden Übersicht hinter dem jeweiligen Stadtteil eingerückt genannt.
Die Stadtteile von Magdeburg
Alt Olvenstedt | Alte Neustadt | Altstadt | Barleber See | Berliner Chaussee (Friedensweiler, Hammelberg, Neugrüneberg, Puppendorf) | Beyendorfer Grund | Beyendorf-Sohlen | Brückfeld (früher Friedrichstadt) | Buckau | Cracau | Diesdorf | Fermersleben | Gewerbegebiet Nord | Großer Silberberg | Herrenkrug | Hopfengarten ( Lindenhof) | Industriehafen | Kannenstieg | Kreuzhorst | Leipziger Straße (Schilfbreite) | Lemsdorf | Neu Olvenstedt | Neue Neustadt | Neustädter Feld ( Birkenweiler )| Neustädter See ( Eichenweiler) | Nordwest ("Texas") | Ottersleben ( Groß Ottersleben, Klein Ottersleben, Benneckenbeck, Friedenshöhe /ehem. Georgshöhe, Goethe-Siedlung/ehem. Elisengrund | Pechau | Prester ( Neu-Prester) | Randau-Calenberge ( Randau, Calenberge) | Reform ( Gartenstadt, Karl-Liebknecht-Siedlung/Buchstabensiedlung, Planetensiedlung) | Rothensee | Salbke ( Lüttgen-Salbke, Wolfsfelde, Spionskopf) | Stadtfeld Ost/früher Wilhelmstadt | Stadtfeld West/früher Wilhelmstadt (Lindenweiler) | Sudenburg | Sülzegrund | Werder | Westerhüsen | Zipkeleben
Geschichte
Bedeutung und Herkunft des Namens "Magdeburg"
Ältere Formen des Namens Magdeburg lauten 805 ad Magadoburg, oder Magathaburg im 10. Jahrhundert. Früheste Faustkeilfunde datieren aus der frühen Saaleeiszeit vor etwa 150.000 Jahren.
Nachweise für sesshafte menschliche Anwesenheit im Magdeburger Raum finden sich seit der späten Weichsel-Eiszeit (etwa 15.000 v. Chr.). Während der neolithischen Linienbandkeramik wurde um 5.400 v. Chr. das Gebiet durch Stämme der Donauländischen Kultur besiedelt. Der fruchtbare Lößboden, die Nähe von Wald und Wasser boten gute Bedingungen und das westliche Elbufer Schutz vor Hochwasser.
Mittelalter Epoche zwischen Antike und Neuzeit (6. bis 15. Jahrhundert )
Magdeburg wurde 805 erstmals im Diedenhofer Kapitular königliche Anordnung Karls des Großen als Magadoburg erwähnt und war Kaiserpfalz unter Kaiser Otto I. 919 befestigte Heinrich I. der Vogler Magdeburg gegen die Magyaren und Slawen. Jedoch wurde die Magdeburger Elbfurt gleichzeitig genutzt, um mit den östlich der Elbe lebenden Slawen Handel zu treiben.
929 arrangierte Heinrich I. die Hochzeit seines Sohnes Otto I. des Großen deutscher König (936-973) und römisch-deutscher Kaiser (seit 962) mit Edith (Editha, Eadgyth), der Tochter Edward des Älteren von England. Bei Otto und Ediths Hochzeit erhielt sie Magdeburg als Morgengabe. 937 wurde eine Reichsversammlung unter Beteiligung von zwei Erzbischöfen, acht Bischöfen und höchsten säkularen Würdenträgern abgehalten. Zur selben Zeit wurde das Mauritiuskloster (Moritzkloster) zu Ehren des St. Mauritius gestiftet.
946 starb Königin Editha und wurde in der Klosterkirche, dem späteren Magdeburger Dom, beigesetzt. Otto heiratete danach Adelheid von Italien, welche die Architektur Magdeburgs stark beeinflusste. 962 wurden Otto der Große und seine zweite Frau Adelheid mit der Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Auf der Synode von Ravenna wurde 968 Magdeburg zum Erzbistum erhoben. Adalbert von Magdeburg wurde als St. Adalbert, Apostel der Slawen, bestätigt. Zum Erzbistum gehörten die Bistümer Brandenburg, Havelberg, Meißen (bis 1399), Merseburg, Posen (bis etwa 1000), Zeitz-Naumburg und Lebus (erst ab 1420).
973 starb Kaiser Otto der Große. Er wurde neben seiner ersten Frau Editha beigesetzt. 995 schloss Otto III. Schlesien mit einem Patent dem Bistum Meißen an und unterstellte es dem Erzbistum Magdeburg.
1035 wurde Magdeburg zur Messestadt erklärt, ein Patent gab der Stadt das Recht, Handelsausstellungen und Konventionen abzuhalten. Viele Besucher aus vielen Ländern trieben in Magdeburg Handel. So fand sich eine Magdeburger Silbermünze aus dem 11. Jahrhundert im Münzfund von Sandur auf den Färöern. Im Jahre 1126 wurde Norbert von Xanten, der später heilig gesprochen wurde, Erzbischof von Magdeburg. Das in Magdeburg entwickelte "Magdeburger Recht" Form des Stadtrechts , das seinen Ursprung in Magdeburg hat galt als praktisch, modern und vorbildlich, und wurde deshalb in vielen Gebieten Mitteleuropas und Osteuropas übernommen. Erzbischof Wichmann verabschiedete 1188 für die Stadt Magdeburg das sogenannte "Privileg" nach Magdeburger Recht. Im 12. Jahrhundert löste sich die Stadt vom Stadtherrn (Erzbistum Magdeburg), doch konnte sie nie die völlige Freiheit erlangen. 1294 kauften die Bürger Magdeburgs dem Erzbischof jedoch die Ämter des Schultheiß und des Burggrafen ab, und konnten diese Ämter fortan selbst besetzen. Damit begann in Magdeburg eine Art kommunaler Selbstverwaltung. Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Stadt Mitglied der Hanse Vereinigungen niederdeutscher Kaufleute mit dem Ziel der Sicherheit der Überfahrt und der Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen besonders im Ausland (seit 1295 nachweislich) und entwickelte sich neben Braunschweig zum Vorort des Sächsischen Städtebundes. Um 1430 kam es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Erzbischof, die unter anderem das Konzil von Basel zu beenden versuchte. 1500 wird das Erzstift dem Niedersächsischen Reichskreis zugeteilt. 1503 verlegte der Erzbischof seine Residenz nach Halle. Die Einführung der Reformation 1524 kirchliche Erneuerungsbewegung zwischen 1517 und 1648 vertiefte die Gegensätze zwischen Stadt und Erzbistum weiter. Der 17. Juli 1524 gilt als Tag der Einführung der Reformation in allen Magdeburger Kirchen - außer im Dom -, nachdem Martin Luther 1483-1546 Uhrheber und Lehrer der deutschen Reformation im Juni 1524 in Magdeburg mehrfach predigte. Georg von Mecklenburg zog darauf mit der Unterstützung des Kaisers Karl V. gegen Magdeburg. Nach der schweren Niederlage Magdeburger Truppen bei Hillersleben, belagerte Georg von Mecklenburg die Stadt vom 22. September 1550 bis 5. November 1551. Ein Friedensvertrag beendete die Belagerung. Magdeburg erhielt in Folge den Ehrennamen "Unseres Herrgotts Kanzlei".
Frühe Neuzeit Zeitalter zwischen Spätmittelalter und Moderne
Im Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 wurde Magdeburg durch kaiserliche Truppen unter dem Feldherrn Tilly der Katholischen Liga am 10. Mai/20. Mai 1631 erobert und ging anschließend in Flammen auf . Dieser Vorgang erlangte auch unter dem Begriff Magdeburgisieren traurige Berühmtheit. Dabei wurden bis auf wenige tausend Menschen die Einwohner durch die einrückenden Truppen sowie den Brand getötet. Die Stadt wurde weitgehend zerstört. Mit 20.000 (nach anderen Angaben bis zu 30.000) Toten gilt dies als das größte Einzelmassaker des Dreißigjährigen Krieges. 1635 wurde die Stadt und das Erzstift im Frieden von Prag dem sächsischen Prinzen August überlassen, der bereits 1628 zum Administrator gewählt worden war. Im Westfälischen Frieden 1648 wurde das Erzstift Magdeburg dem Kurfürstentum Brandenburg als Anwartschaft zugesprochen. In jener Zeit (1646 bis 1681) war Otto von Guericke Bürgermeister von Magdeburg. Er war gleichzeitig Physiker, Erfinder der Kolbenluftpumpe und führte die berühmten Vakuumversuche mit den Magdeburger Halbkugeln aus.
1680 kam nach dem Tode Augusts das nun als Herzogtum Magdeburg säkularisierte Erzstift und damit auch die Stadt unter brandenburgische Herrschaft. Die Stadt lag im damaligen Holzkreis Territorium im nördlichen Teil des historischen Erzstifts Magdeburg, unterstand aber als sogenannte Immediatstadt direkt der Regierung des Herzogtums und wurde 1714 auch dessen Hauptstadt.
Bereits nach 1666 stationierte der Kurfürst von Brandenburg 15.000 Mann in der Stadt und ließ die im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Befestigungen wiedererrichten. Im 18. Jahrhundert wurde die Festung weiter ausgebaut. Unter Friedrich II. nahm die Festung 200 Hektar ein; das Stadtareal erreichte dagegen nur 120 ha. Mehrfach wird Magdeburg als stärkste Festung Preußens erwähnt.
19. Jahrhundert
1807 wurde die Stadt vorübergehend dem Königreich Westfalen angegliedert und wurde Sitz des Elbdepartements. Nach dem für Napoleon verlorengegangenen Krieg ging Magdeburg 1814 wieder an Preußen und wurde 1816 Hauptstadt der Provinz Sachsen sowie Sitz des Regierungsbezirks Magdeburg und des Landkreises Magdeburg. 1824 wurde die Magdeburger Börse gegründet. 1828 entstand der Stadtkreis Magdeburg.
Seit 1866 war in Magdeburg das Hauptquartier des IV. Armee-Korps, einem Großverband der Armee des Norddeutschen Bundes und ab 1871 des Deutschen Kaiserreiches. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges war die Stadt der VI. Armee-Inspektion unterstellt. Einer der Kommandierenden Generale war der spätere Reichspräsident Paul von Hindenburg.
1887 wurde der Landkreis Magdeburg aufgelöst. Das Magdeburger Umland gehörte danach zu den Kreisen Jerichow I (später Burg), Calbe, Wanzleben und Wolmirstedt.
Weimarer Republik und Nationalsozialismus
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden sowohl politische und weltanschauliche Gegner als auch viele Menschen verfolgt, die aus eugenischen und rassistischen Gründen aus der "Volksgemeinschaft" ausgegrenzt wurden. Die zahlenmäßig größte Gruppe waren Juden. Für sie wurde 1939 ein "Ausweich- bzw. Auffanglager" der Gestapoleitstelle Magdeburg eingerichtet, in dem die nach dem Novemberpogrom Verhafteten, später deportierte Zwangsarbeiter, aber auch politische Häftlinge, weiter sogenannte Mischlinge und andere Gruppen interniert und von dort an Magdeburger Rüstungsbetriebe ausgeliehen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Industrieproduktion durch Beschäftigung ausländischer Zwangsarbeiter aufrechterhalten. Die Braunkohle-Benzin-AG (Brabag) als größter Treibstofflieferant der Wehrmacht errichtete 1944 sechs KZ-Außenlager. Eines davon, das "KZ Magda", befand sich in Magdeburg-Rothensee. Die anderen fünf befanden sich an anderen Orten in Sachsen (Lausitz) und dem heutigen Sachsen-Anhalt. Zwischen Juni 1944 und Februar 1945 arbeiteten dort 2172 jüdische Gefangene, von denen etwa 65 Prozent starben.
Speziell für Sinti und Roma wurde das KZ Magdeburg Holzweg errichtet. Es wurde 1943 auf Grund von Anwohnerprotesten geschlossen. Die Inhaftierten wurden in das Konzentrationslager Auschwitz verbracht.
Von 1943 bis 1945 befand sich ein Außenlager des KZ Buchenwald bei der Firma "Polte" in der Magdeburger Liebknechtstraße. Über 3.000 Insassen - vornehmlich Juden aus den KZ Riga-Kaiserwald, Auschwitz, Stutthof und Ravensbrück sowie russische und polnische Gefangene - mussten hier schwere Arbeit verrichten und lebten in einem Barackenlager in Prester.
Der erste Luftangriff auf Magdeburg erfolgte am 22. August 1940. Ab 1943 wurde Magdeburg intensiv durch alliierte Bomberverbände angegriffen. Erste Ziele waren die Industriebetriebe, die der Rüstungsproduktion dienten, wie das Krupp-Gruson Werk in Buckau, wo Kettenfahrzeuge (Sturmgeschütze) produziert wurden und das Hydrierwerk der Brabag in Rothensee zur Herstellung von Synthetischem Benzin. Durch den Luftangriff auf Magdeburg am 16. Januar 1945 wurde die Altstadt zu etwa 90 Prozent zerstört, darunter auch 15 Kirchen. Auch die Gründerzeit-Viertel erlitten - wie in Berlin, Chemnitz und Dresden - erhebliche Schäden. Die "Nordfront" Magdeburgs und der Breite Weg, eine der schönsten Barockstraßen Deutschlands, wurden fast völlig zerstört. Bei diesem Angriff kamen 16.000 Menschen ums Leben, weitere 190.000 wurden ausgebombt. Gemessen an der Zahl der Toten war es der fünftschwerste Angriff auf eine deutsche Stadt im Zweiten Weltkrieg.
Am 11. April 1945 bezogen US-Verbände an der Stadtgrenze Stellung. Eine Übergabe wurde am 12. April abgelehnt. Nach einem mehrtägigen Bombardement durchbrachen die amerikanischen Verbände die starken Verteidigungslinien und besetzten am 19. April 1945 den westlichen Teil der Stadt. Erst am 5. Mai 1945 erschienen russische Kräfte und besetzten den ostelbischen Teil. Am 1. Juni 1945 wurden die letzten Kräfte der 117. US-Infanterie-Division durch britische Truppen ersetzt, die am 1. Juli Magdeburg-West an die sowjetischen Truppen übergaben.
DDR-Zeit
Nach dem Krieg wurden die Innenstadt und betroffene Viertel enttrümmert. Aus Geldmangel wurden aber von den beschädigten Gebäuden nur die wertvollsten gerettet beziehungsweise die von Zerstörung weniger betroffenen Bauten restauriert, darunter der Magdeburger Dom, das Kloster Unser Lieben Frauen und das Rathaus. Zwischen 1951 bis 1966 wurden acht Kirchen gesprengt oder abgerissen, die zwar ausgebrannt waren, aber als wiederaufbaufähig galten. Ein besonderes Exempel zum Brechen der Widerstände wurde auf Anordnung von Walter Ulbricht an der Ulrichskirche derzeit laufen Bestrebungen diese Kirche neu zu errichten in der Mitte der ehemaligen Altstadt statuiert, die im April 1956 gesprengt wurde. So prägen heute anstelle der Barockhäuser des Breiten Wegs, der Gründerzeit- und Jugendstilgebäude zahlreiche Plattenbauten die Innenstadt und Neubaugebiete, ergänzt um einige Bauten der Nationalen Tradition der Nachkriegszeit, die die sowjetische Architektur der Stalinzeit Zuckerbäckerarchitektur, Beispiel Frankfurter Allee, in Berlin zum Vorbild haben.
Bis 1953 trugen die Magdeburger Großbetriebe als SAG-Betriebe zur Erfüllung der Deutschland auferlegten Reparationsverpflichtungen Kriegsentschädigungen und Wiedergutmachungsleistungen bei.
In der DDR blieb Magdeburg Standort des Schwermaschinenbaus (zum Beispiel SKET) und wurde 1952 Bezirksstadt des Bezirks Magdeburg, der 1990 wieder aufgelöst wurde. Innerhalb des Bezirks war Magdeburg als Stadtkreis kreisfreie Stadt.
1990 bis zur Gegenwart
Im Juni 1990 beschloss die Volkskammer Parlament der Deutschen Demokratischen Republik die (Wieder-)Einführung von Ländern und eine föderale Neugliederung der DDR. Dabei bildeten die Bezirke Halle und Magdeburg sowie der Kreis Jessen im wesentlichen das Land Sachsen-Anhalt, wie es jedoch in veränderten Grenzen bereits von 1947 bis 1952 bestanden hatte. War damals das relativ unzerstörte Halle zur Landeshauptstadt bestimmt worden, wurde nun Magdeburg in einer knappen Abstimmung des ersten Landtages zwischen Magdeburg und Halle zur neuen Landeshauptstadt.
1994 wurde Magdeburg wieder Sitz eines römisch-katholischen Bischofs. Das Bistum Magdeburg ist Suffraganbistum des Erzbistums Paderborn.
Magdeburg hat von 1990 bis 2005 rund 60.000 Einwohner verloren und ist von knapp 290.000 auf nunmehr 230.000 Einwohner geschrumpft. Dies stellt die Stadt vor große Herausforderungen, da die zur Verfügung stehenden Wohnflächen den Bedarf weit übersteigen.
Mit dem Tunnel und der Neugestaltung am Universitätsplatz - dem früheren Boleslaw Bierut-Platz -, dem Neubau des Fußballstadions, der Sanierung des Breiten Weges und der Otto-von-Guericke-Straße, der Sanierung der Freien Kammerspiele (jetzt Schauspielhaus Magdeburg), der Neubebauung der Westseite des Domplatzes einschließlich der Grünen Zitadelle, dem Neubau der Sternbrücke und vielen anderen Projekten wurde das Stadtbild in den letzten Jahren erneut stark verändert. Der Breite Weg, vor dem Zweiten Weltkrieg eine der größten (längsten) Einkaufsmeilen Europas, ist in den 1990er Jahren stark verändert worden, was starke Eingriffe in die Architektur im nördlichen Teil bedeutete. Auch in anderen Teilen der Stadt wurden alte, in der DDR dem Verfall preisgegebene Bauten aus der Gründerzeit wieder hergerichtet. Magdeburg hat pro Einwohner die größte Einkaufsfläche (in Quadratmetern) des Einzelhandels in Deutschland.
Wirtschaft
Magdeburg war und ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Im 19. Jahrhundert siedelten sich bekannte Maschinenbauunternehmer an, beispielsweise Rudolf Ernst Wolf und Hermann Gruson. Diese Betriebe bildeten das Fundament für die "Stadt des Schwermaschinenbaus", wie Magdeburg in der DDR genannt wurde. Im Mai 1951 wurde das Krupp-Gruson-Werk mit 11.500 Mitarbeitern in Ernst Thälmann-Werk umbenannt. Nach der Wende verschwanden diese großen Werke, es blieben viele kleinere Firmen übrig. Der Dienstleistungssektor wurde in Magdeburg immer wichtiger.
Verkehr / Schienenverkehr
Magdeburg ist der wichtigste Knotenpunkt im Bahnverkehr im nördlichen Sachsen-Anhalt. Der Magdeburger Hauptbahnhof verknüpft den Fernverkehr der Bahnstrecke Hannover - Leipzig mit dem sternförmig verlaufenden Regionalverkehr in Richtung Wolfsburg, Uelzen, Wittenberge, Berlin, Dessau und Sangerhausen. Neben den Zügen der Deutschen Bahn AG fährt im Regionalverkehr in Richtung Halberstadt auch der Harz-Elbe-Express der Veolia Verkehr GmbH. Eine S-Bahn verkehrt im 30- bis 60-Minuten-Takt zwischen Zielitz und Schönebeck-Salzelmen (jede zweite als Regionalbahn zwischen Wittenberge und Schönebeck-Salzelmen). Vom westlich neben dem Hauptbahnhof gelegenen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) wird über Linienbusse das Magdeburger Umland erschlossen. Zum Eisenbahnknotenpunkt Magdeburg zählen neben dem Hauptbahnhof weitere Haltepunkte im Stadtgebiet sowie der Güterbahnhof Magdeburg und der ehemalige, noch als Güterbahnhof genutzte Rangierbahnhof Magdeburg-Rothensee. Von wachsender Bedeutung ist dabei das Güterverkehrszentrum Rothensee an der Schnittstelle von Schiene, Autobahn und Wasserwegen bzw. Hafenbahn.
Straßenverkehr
Auch im Straßennetz stellt Magdeburg einen wichtigen Knotenpunkt dar. Im Norden verläuft die wichtige Ost-West-Magistrale A2 Dortmund - Berlin. Die A2 kreuzt am Autobahnkreuz Magdeburg die A14 Magdeburg - Dresden. Für die A14 ist zudem eine Nord-Verlängerung nach Schwerin geplant. In Ost-West-Richtung führt weiterhin die Bundesstraße 1 durch die Stadt, an welcher im Osten von Magdeburg auch die B184 Richtung Dessau beginnt. In Nord-Süd-Richtung wird Magdeburg von den Bundesstraßen 71, 81 und 189 durchquert. Diese Bundesstraßen führen über den Magdeburger Ring, eine Umgehungsstraße, die westlich am Stadtzentrum vorbeiführt. In Magdeburg gibt es zwei für den Straßenverkehr zugelassene Brückenzüge über die Elbe.
Binnenschifffahrt
Schon seit Jahrhunderten ist die Elbe für die Binnenschifffahrt die wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Region. Nördlich von Magdeburg kreuzt der Mittellandkanal in einer Trogbrücke die Elbe bevor er östlich des Wasserstraßenkreuzes auf den Elbe-Havel-Kanal trifft. Teil des Wasserstraßenkreuzes ist die Sparschleuse Rothensee, sie ermöglicht es Großmotorgüterschiffen und Schubverbänden bis 185 Metern Länge vom Mittellandkanal aus den Magdeburger Hafen anzulaufen oder auf die Elbe zu wechseln. Die Schleuse ersetzt das Schiffshebewerk Rothensee von 1938. Der Hafen Magdeburg besteht aus vier einzelnen Häfen: Kanalhafen, Industriehafen, Hansehafen und Handelshafen. Er ist damit der größte Binnenhafen in den Neuen Bundesländern. Durch eine im Bau befindliche Niedrigwasserschleuse wird der Hansehafen und der Kanalhafen in Zukunft unabhängig vom Wasserstand der Elbe sein.
Flugverkehr
Südlich der Stadt befindet sich der Flugplatz Magdeburg. Die nächstgrößeren Verkehrsflughäfen sind die Flughäfen Leipzig/Halle, Berlin-Tegel, Berlin-Schönefeld und Hannover.
Sehenswürdigkeiten
Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten befinden sich im Stadtzentrum zwischen Magdeburger Rathaus, Dom, Ulrichsplatz und Elbe (Schleinufer). Hasselbachplatz Kloster unser Lieben Frauen Wallonerkirche und Petrikirche
Kirchen: Magdeburger Dom, das Wahrzeichen der Stadt, Bischofskirche der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen | Hoffnungskirche, Nord | Kreuzkirche, Südwest | Martin Gallus, Fermersleben | Pauluskirche, Stadtfeld | Reformationskirche, Rothensee | Wallonerkirche (St. Augustini) | St. Adalbert, Reform, kath. (geweiht 1985) | St. Agnes, Neue Neustadt, kath. | St. Ambrosius, Sudenburg | St. Briccius, Cracau | St. Egidius, Sohlen | St. Eustachius und Agathe, Diesdorf | St. Gertraud, Salbke | St. Gertrauden, Buckau | St. Johannes Baptist, Salbke, kath. (erbaut 1909-1910) | St.-Johannis-Kirche | St. Johann der Täufer | St. Josef, Neu-Olvenstedt, kath. | St. Laurentius, Olvenstedt | St. Mechthild, kath. | St. Nicolai, Neue Neustadt | St. Petri, kath. | St. Petri, Beyendorf | St. Sebastian, seit 1994 römisch-katholische Bischofskirche des Bistums Magdeburg | St. Sebastian, Lemsdorf | St. Stephani, Altottersleben | St. Stephanus, Westerhüsen
Säkularisierte Kirchen: | Johanniskirche mit Lutherdenkmal (in den 90er Jahren renoviert) | Kloster Unser Lieben Frauen | Magdalenenkapelle Magdeburg
Weitere sehenswerte Gebäude, Denkmäler, Anlagen:
"Der Fährmann" und Szenen der Stadtgeschichte
Stillgelegte Hubbrücke mit Stadthalle und Ausstellungsturm | Grüne Zitadelle von Magdeburg, letztes Architekturprojekt Friedensreich Hundertwassers | Rathaus Magdeburg mit Ratskeller | Hyparschale, Mehrzweckhalle im Stadtpark Rotehorn | Enercon-Haus, Verwaltungsgebäude mit typischer Enercon-Welle auf dem Gelände der Enercon-Betriebsstätte Rothensee (Fertigstellung 2006) | Hasselbachplatz, das Kneipenviertel der Stadt mit vielen Gründerzeithäusern | Hegelstraße, prachtvolle Wohnstraße mit Gründerzeitvillen und -häusern, fast vollständig saniert | Wasserstraßenkreuz Magdeburg | Schiffshebewerk Rothensee | Sternbrücke, im 2. Weltkrieg zerstört, 2005 wiederaufgebaut | Hubbrücke im Rothehornpark (stillgelegt 2005) | Magdeburger Reiter, um 1240, erstes freistehendes Reiterstandbild nördlich der Alpen. Dargestellt ist wahrscheinlich Kaiser Otto I. | Magdeburger Roland, 2005 neu aufgestellt am Eingang zum Ratskeller | Faunenbrunnen von Heinrich Apel in der Leiterstraße, die, 1263 erstmals urkundlich erwähnt, eine der ältesten Geschäftsstraßen Magdeburgs ist | Luisendenkmal | Lutherdenkmal | Reste der ehemaligen Festungsanlagen innerhalb des Grünen Rings wie die Bastion Preußen, die Defensionskaserne Mark, die Kavaliere Maybachstraße, der Fürstenwall und die teilweise freigelegte Bastion Cleve (Übergabe 2008) | Wehrturm Kiek in de Köken | Eisenbarthbrunnen
Zahlreiche öffentliche Parks und Grünanlagen, unter anderem:
• Elbuferpromenade (im Bereich Altstadt und Buckau)
• Elbauenpark (1999 Bundesgartenschau) und Herrenkrugpark (zusammen 250 Hektar)
die Parks gehören zum Netzwerk Gartenträume Sachsen-Anhalt
• Stadtpark Rotehorn (mit 200 Hektar größter Park); ebenfalls Teil des Netzwerks Gartenträume Sachsen-Anhalt
• Glacis (renaturierte Festungsanlagen / Glacis)
• Klosterbergegarten (der erste Volksgarten Deutschlands); auch der Klosterbergegarten gehört zum Projekt Gartenträume Sachsen-Anhalt
• Vogelgesangpark, einschließlich Zoologischem Garten
• Goetheanlagen
• Schneidersgarten
• Elbuferpromenade (im Bereich Altstadt und Buckau)
• Nordpark
• Geschwister-Scholl-Park
• Volkspark Westerhüsen
• Amtsgarten Ottersleben
• Florapark
• Materlikanlage, Fürstenwall, Möllenvogtei
Magdeburg ist Teil mehrerer touristischer Reiserouten. Der Elberadweg führt durch die Stadt und auf der Straße der Romanik kreuzen sich die Nord- und die Südroute in Magdeburg. Weiterhin ist die Stadt an der Wasserwanderroute Blaues Band gelegen und Teil der Gartenträume Sachsen-Anhalt.
Magdeburg wird geprägt durch größtenteils nach der Wende entstandenen Shopping Malls. Historisch gewachsene Einzelhandelsstrukturen finden sich deutlich weniger als in anderen Städten gleicher Größenordnung.
Ein Großteil des Textes wurde www.wikipedia.de entnommen. Hierfür gilt: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
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